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Wie funktioniert französische Grammatik für Anfänger?

Französische Grammatik für Anfänger ist ein System aus Übereinstimmung und Modus: Jedes Substantiv trägt ein grammatisches Geschlecht, das auf Artikel und Adjektive wirkt, Verben ändern ihre Form nach Person, Zeit und Modus, und Aussprache folgt der Schreibweise viel zuverlässiger als Schreibweise der Aussprache. Beginne mit Geschlecht, Präsens häufiger Verben und Kernlautmustern — besonders Liaison — bevor du passé composé und Subjonctif hinzufügst.

Von Aktualisiert am Englischsprachige Referenz für Französisch

Wenn du neu im Französischen bist, musst du nicht das ganze System auf einmal beherrschen. Lerne, wie Geschlecht und Übereinstimmung einen Satz zusammenhalten, und übe dann ein Verbmuster in vollständigen Sätzen, die du wirklich verwenden kannst. Diese Grundlage macht alles Folgende — Objektpronomenstellung, die Wahl zwischen passé composé und imparfait und später Subjonctif — zu Erweiterungen bereits bekannter Muster statt zu einem Haufen getrennter Regeln.

Geschlecht wirkt anfangs natürlich willkürlich: Es gibt keinen Grund, dass eine Tabelle (une table) grammatisch feminin und ein Buch (un livre) maskulin ist. Für die meisten unbelebten Dinge ist das Geschlecht einfach eine Tatsache des Wortes, geerbt aus lateinischen Endungen, die seit Jahrhunderten nichts mehr bedeuten. Es ist völlig normal, Substantive bis weit ins Mittelstufenniveau falsch zu gendern; selbst fortgeschrittene Zweitsprachler tun es gelegentlich lebenslang.

Flüssige Sprecher führen vor jeder Nominalgruppe keine mentale Nachschlagetabelle. Sie empfinden la table und le livre so unmittelbar, wie du „Stuhl“ als „Stuhl“ empfindest. Das entsteht aus Hunderten Begegnungen mit jedem Substantiv samt Artikel, nicht aus einer Regel. Dieser Leitfaden gibt die vorhandenen Muster, die Endungen zur Geschlechtsvorhersage, Verbtabellen, Pronomenstellung und Subjonctif-Auslöser ausführlich an, denn dieses Gerüst baut später echte Reflexe auf.

Französisch ist außerdem keine überall identisch gesprochene einheitliche Grammatik: Eine Zahl als quatre-vingt-dix in Paris heißt nonante in Brüssel und Genf; déjeuner bedeutet in Frankreich „Mittagessen“, in Québec „Frühstück“, und Höflichkeitsnormen bei tu und vous ändern sich nach Land und Generation. Wo Grammatik regional wirklich auseinandergeht, sagt dieser Leitfaden es.

Wie funktioniert französische Aussprache?

Verglichen mit englischer Schreibweise — in der „though“, „through“ und „cough“ Buchstaben teilen, aber nicht ihren Klang — ist französische Schreibweise nur in eine Richtung eine echte Erleichterung: Nach dem Lernen der Regeln kannst du fast jedes französische Wort beim ersten Versuch richtig laut lesen, weil Schreibweise-zu-Laut bemerkenswert zuverlässig ist. Umgekehrt ist es nicht so: Der Laut /o/ kann allein als o, ô, au oder eau geschrieben sein. Mehrere Laute wie Nasalvokale, uvulares r und vorderes gerundetes u haben im Englischen keine Entsprechung und benötigen echte Übung zum Produzieren.

Das Vokalinventar

Französisch hat mehr verschiedene Vokallaute als Spanisch und je nach Dialekt sowie Zählweise ungefähr so viele wie Englisch. Sie sind aber anders organisiert und mehrere existieren im Englischen gar nicht.

Buchstabe(n)Ungefährer LautBeispiel
awie „a“ in englisch „father“, aber kürzerpapa (Papa)
i, îwie „ee“ in „see“il (er)
ukeine englische Entsprechung — Lippen wie für „oo“ runden, Zunge aber wie für „ee“ positionierentu (du)
ouwie „oo“ in „moon“vous (Sie/ihr)
égeschlossenes „e“, wie der Vokal in „day“, aber ohne englischen Gleitlautété (Sommer)
è, ê, aioffenes „e“, wie „e“ in „bed“père (Vater), tête (Kopf)
eu, œu (geschlossen)keine englische Entsprechung — ähnlich wie gerundetes „uh“peu (wenig)
eu, œu (offen)keine englische Entsprechung — offenere Version des obigen Lautspeur (Angst)
o, ô, au, eaugeschlossenes „o“, wie „oh“ ohne Gleitlauteau (Wasser), gâteau (Kuchen)
o (offen)wie „o“ in „hot“homme (Mann)
e (unbetont)Schwa, „e muet“ — leichtes neutrales „uh“le (der/die/das)

Der für Englischsprecher schwierigste Instinkt ist wie im Spanischen, einen englischen Gleitlaut ans Vokalende zu hängen: aus o „oh-oo“ oder aus é „ay-ee“ zu machen. Französische Vokale bleiben rein und enden klar, ohne zu einem zweiten Laut wegzugleiten. Das ist leicht gesagt und benötigt Wochen bewussten Hörens und Nachahmens.

Nasalvokale: eine ganze Kategorie ohne englische Entsprechung

Folgt einem Vokal am Silbenende n oder m, ohne dass danach ein weiterer Vokal oder verdoppeltes n/m kommt, nasalisiert Französisch den Vokal und lässt den Konsonantenlaut ganz weg. Für Englischsprecher ist das eine neue Artikulationsgewohnheit: Während des Vokals entweicht Luft durch die Nase und danach kommt kein getrenntes „n“ oder „m“.

SchreibweiseUngefähres IPABeispielGlossierung
an, am, en, em/ɑ̃/dans, enfantin; Kind
on, om/ɔ̃/bon, nomgut; Name
in, im, ain, ein, yn, ym/ɛ̃/vin, pain, pleinWein; Brot; voll
un, um/œ̃/ (oft mit /ɛ̃/ zusammengefallen)un, parfumein; Parfüm

Die letzte Reihe zeigt einen gut belegten Lautwandel: Viele Sprecher in Frankreich, besonders jüngere in und um Paris, unterscheiden un nicht mehr von in; beides wird /ɛ̃/. Die Unterscheidung ist in Südfrankreich, Belgien und bei älteren Sprechern besser bewahrt. Keine Aussprache ist „falsch“; ob dein Material beide trennt und deine eigene Sprache nicht, spiegelt nur die modellierte Varietät.

An und on nasalisieren entscheidend nicht, wenn auf n/m ein weiterer Vokal folgt oder der Konsonant verdoppelt ist: ami hat nicht-nasales a, weil dem m i folgt; bonne hat nicht-nasales o, weil das n verdoppelt ist. Daher klingen viele maskuline/feminine Adjektivpaare wirklich verschieden: bon /bɔ̃/ gegenüber bonne /bɔn/.

Stumme Endkonsonanten und die CaReFuL-Ausnahmen

Die Standardregel und größte Umstellung ist: Die meisten französischen Endkonsonanten sind stumm. petit wird ohne finales t, grand ohne d, nez ohne z gesprochen. Das ist das Gegenteil von Englisch.

Die klassische Ausnahme heißt CaReFuL: C, R, F und L werden am Wortende meist ausgesprochen.

BuchstabeAm Ende meist gesprochenBeispielBemerkenswerte Ausnahme
CJaavec, sactabac, estomac — stummes c
RJamer, professeur-er-Infinitive (parler, manger) — r immer stumm
FJachef, neufclef/clé wird heute meist ohne f geschrieben
LJaanimal, ilgentil, outil — stummes l

Die Ausnahme in der Ausnahme ist sehr häufig: Jeder reguläre -er-Infinitiv wie parler oder manger, die größte Verbgruppe der Sprache, endet mit stummem r. CaReFuL ist eine nützliche Startheuristik, kein absolutes Gesetz: Prüfe diese vier Buchstaben zuerst, aber nimm nicht an, dass sie immer ausgesprochen werden.

Zahlen haben eine eigene Besonderheit: six und dix werden allein oder vor Pause mit finalem /s/ gesprochen, vor konsonantisch beginnendem Wort ohne diesen Konsonanten (six livres) und vor vokalisch beginnendem Wort mit /z/ durch Liaison (six enfants). Dasselbe Wort hat also je nach Folgendem drei Endlaute.

Akzente: é, è, ê, ë und ihre Funktion

Anders als im Spanischen, wo Akzente vor allem die betonte Silbe markieren, hat Französisch keinen lexikalischen Akzent zu markieren. Französische Akzente erledigen daher etwas anderes: Sie markieren Vokalqualität und gelegentlich einen stummen Buchstaben aus der Wortgeschichte.

AkzentNameFunktionBeispiel
éaccent aigumarkiert geschlossenes /e/été, café
èaccent gravemarkiert offenes /ɛ/; unterscheidet auch Homophonepère; à gegenüber a
êaccent circonflexemarkiert offenes /ɛ/ und zeigt auf anderen Vokalen oft historisch verlorenes stête; forêt/forest; hôpital/hospital
ë, ïtrémazeigt, dass zwei benachbarte Vokale getrennt gesprochen werdenNoël; naïve, Citroën

Das Muster „verlorenes s“ beim Zirkumflex ist ein nützlicher Lesetrick: hôpital → hospital, forêt → forest, île → isle, coûter → cost, hâte → haste. Das s wurde im Altfranzösischen gesprochen, fiel vor Jahrhunderten aus der Sprache weg und blieb als Zirkumflexspur in der Schreibweise.

E muet: das stumme e

Das unbetonte wortfinale e ist im Standardfranzösischen fast immer stumm: une, table, il aime. Stumm heißt aber nicht unwichtig: Es bestimmt noch, ob der unmittelbar davorstehende Konsonant ausgesprochen wird. Darum klingen viele maskuline/feminine Paare verschieden, obwohl man das e nie hört: petit /pəti/ hat stummes finales t, petite /pətit/ spricht das t, weil das folgende -e für den Konsonanten nicht mehr „final“ ist.

Innerhalb extrem häufiger kurzer Wörter wie je, ne, de, le, ce, que, se, me, te fällt e muet in schneller lockerer Sprache häufig weg, solange keine unaussprechbare Konsonantenfolge entsteht; Linguisten nennen dies das „Gesetz der drei Konsonanten“. Je ne sais pas reduziert sich locker oft zu j'sais pas. Das ist natürliche gesprochene Sprache, keine Schlampigkeit, wird aber in sorgfältigen oder formellen Registern meist vermieden.

Das französische r

Französisches r ist uvular, mit Zungenrücken nahe der Uvula ganz hinten im Hals erzeugt. Es ähnelt weder dem Zungenspitzen-r des Englischen noch dem Spanischen und ist für Englisch- wie Spanischsprecher wirklich schwierig. Je nach Sprecher und Tempo kann es leichte Reibung oder sanfter uvularer Triller sein, nutzt aber nie eine eingerollte oder tippende Zungenspitze. Hilfreiche Zugänge sind ein Gurgelgefühl oder die hintere Reibung des deutschen ch in „Bach“, dann allmählich weicher. Viele Lernende produzieren ihn monatelang nicht sauber; das sagt nichts über ihre allgemeine Sprachbegabung.

Liaison, enchaînement und Elision

Diese drei Begriffe bezeichnen unterschiedliche Wege, wie Französisch Wortgrenzen glättet. Kurse verwischen sie oft, obwohl sie verschieden funktionieren.

Liaison spricht einen normalerweise stummen Endkonsonanten aus, gerade weil das nächste Wort vokalisch beginnt. Sie fällt in drei grammatische Kategorien, deren Wahl keine Stilfrage ist.

KategorieRegelBeispiele
ObligatorischIn festen Zusammenhängen: Determinativ + Nomen, Subjektpronomen + Verb, kurze Präposition/Adverb + folgendes Wortles_amis, un_ami, nous_avons, très_intéressant, chez_eux
VerbotenVor h aspiré, nach et, meist nach singularem Nomensubjektles / héros; Paul et / Anne; Robert / arrive
OptionalBreite Grauzone: formell/sorgfältig häufiger, locker häufiger ausgelassendes amis(_)intéressants, je ne suis pas(_)allé, il faut(_)aller

Das ist für Englischsprecher schwierig, weil die richtige Liaison die grammatische Beziehung zweier Wörter verlangt, nicht nur Schreibweise. Dasselbe finale -s, das in les amis verbinden muss, darf in verbotenem Kontext nie verbinden. Über- und Unterverwendung sind beide erkennbare Merkmale eines nichtmuttersprachlichen Akzents; Muttersprachler variieren bei optionalen Liaisons je nach Formalität.

Enchaînement ist verwandt, aber anders: Ein Wort, dessen Endkonsonant ohnehin ausgesprochen wird, verbindet sich glatt mit folgendem Vokalwort, ohne neuen Laut; dies ist Resyllabifizierung. In Elle arrive gleitet das l von elle an den Anfang von arrive. Liaison fügt einen sonst fehlenden Laut hinzu; enchaînement versetzt einen vorhandenen Laut.

Elision ist wieder anders: Bestimmte kurze häufige Wörter lassen vor Vokal oder h muet den eigenen Endvokal weg und schreiben Apostroph, damit nicht zwei Vokale zusammenstoßen. Das ist geschrieben und nie optional.

  • le/la → l': l'ami, l'école
  • je → j': j'aime
  • ne → n': elle n'aime pas
  • de → d': pas d'argent
  • que → qu': qu'il vienne
  • si → s' vor il/ils: s'il vous plaît
  • me, te, se, ce → m', t', s', c': c'est vrai, je m'appelle

Liaison und Elision hängen von einer unsichtbaren, aber wichtigen Unterscheidung ab: Beginnt ein h-Wort mit h muet, verhält es sich wie ein Vokal und erlaubt beides (l'homme, les_hommes). Bei h aspiré ist der Laut zwar ebenfalls stumm, das Wort verhält sich grammatisch aber wie ein Konsonant und blockiert beides (le héros, nie l'héros; les / héros). Aus Schreibweise allein lässt sich die Kategorie nicht vorhersagen; sie muss pro Wort gelernt werden.

Warum Schreibweise-zu-Laut zuverlässig, Laut-zu-Schreibweise aber nicht ist

Mit den Regeln oben kannst du ein neues französisches Wort sicher laut lesen. Ein nur gehörtes Wort zu schreiben, ist schwerer, denn Französisch hat oft mehrere Schreibweisen für denselben Laut.

LautMögliche SchreibweisenBeispiele
/o/o, ô, au, eau, eauxmot, tôt, chaud, eau, chevaux
/s/s, ss, c, ç, tsi, poisson, ce, garçon, nation
/ɛ̃/in, im, ain, ein, yn, ym, oft unvin, faim, pain, plein, syndicat, sympa
/f/f, ff, phfou, effort, photo
/k/c, qu, k, chcave, qui, kilo, chœur

Diese Asymmetrie erklärt eine häufige Frustration: Du kannst lange vor sicherem Schreiben ein sicherer genauer französischer Leser werden. Die Fähigkeiten entkoppeln sich im Französischen stärker als im Spanischen.

Betonung auf der Phrase, nicht dem Wort

Englisch und Spanisch haben Betonung auf Ebene des einzelnen Worts. Französisch funktioniert nicht so: Einzelne Wörter tragen keinen festen lexikalischen Akzent. Betonung und Intonation gelten der ganzen rhythmischen Phrase (groupe rythmique), einer in einem Atemzug gesprochenen Wortfolge. Die letzte Silbe der ganzen Phrase erhält leichte Länge und Tonanstieg, nicht eine feste Silbe in einem einzelnen Wort.

Deshalb kann Französisch englischen Ohren erst „flach“ oder „monoton“ vorkommen. Praktisch solltest du nicht nach „der betonten Silbe“ eines französischen Worts wie im Englischen oder Spanischen suchen; französische Wörter haben sie nicht zuverlässig allein. Höre stattdessen, wo eine ganze gesprochene Phrase am Ende ansteigt und länger wird.

Wie funktioniert französisches Nominalgeschlecht, und wie kann man es vorhersagen?

Dieses System verändert den Satzbauinstinkt am stärksten, denn Englisch hat nichts Vergleichbares: Jedes französische Substantiv ist maskulin oder feminin, ob das Benannte ein tatsächliches Geschlecht hat oder nicht. Dieses Geschlecht wirkt auf Artikel, jedes beschreibende Adjektiv und manche Pronomen. Eine Tabelle ist nicht neutral wie im Englischen: une table ist grammatisch feminin, und jedes Wort, das sie im Satz berührt, muss übereinstimmen.

Bei den meisten Personenbezeichnungen sagt biologisches Geschlecht das grammatische voraus (un homme/une femme). Bei der viel größeren Gruppe von Dingen, Orten und Ideen kommt es aber nicht aus einer Eigenschaft der Sache, sondern ist meist aus dem Lateinischen geerbte Worttatsache. Etwa vier von fünf Substantiven sind dennoch am Ende vorhersagbar; eine echte häufige Minderheit muss auswendig gelernt werden.

Geschlecht an Wortenden vorhersagen

EndungÜbliches GeschlechtBeispieleHäufige Ausnahmen
-ageMaskulinle voyage, le fromage, le messagela page, la plage, la cage, la nage
-mentMaskulinle gouvernement, le changement, le momentpraktisch keine
-eauMaskulinle bureau, le chapeau, le bateaul'eau, la peau
-isme, -phone, -scopeMaskulinle tourisme, le téléphone, le microscope—
-tion, -sionFemininla nation, la télévision, la décisionle bastion
-té, -tiéFemininla liberté, la moitié, la beautél'été, le côté
-ette, -elleFemininla bicyclette, la vaissellele squelette
-ureFemininla voiture, la nature, la peinturele mercure
-ance, -enceFemininla chance, la science, la patiencele silence
-ieFemininla vie, la philosophie, la boulangeriele parapluie, l'incendie

Häufige Ausnahmen einzeln lernen

Diese Wörter sind so häufig und so unregelmäßig zu den obigen Mustern, dass sie besser als Einzelfakten gelernt werden:

SubstantivGeschlechtBedeutungWarum überraschend
la peauFemininHaut-eau ist überwiegend maskulin
le muséeMaskulinMuseum-ée deutet sonst stark auf feminin
le squeletteMaskulinSkelett-ette ist überwiegend feminin
le silenceMaskulinStille-ence ist überwiegend feminin
la dentFemininZahnkonsonantfinale Wörter sind im Schnitt eher maskulin
la mainFemininHandkein starker Endungshinweis
le mariageMaskulinEheregelmäßig, wird aber durch -age-Ausnahmen oft falsch gegendert
l'eau / la peauFemininWasser / Hautzwei sehr häufige -eau-Wörter gegen den maskulinen Standard

Substantive mit anderer Bedeutung je nach Geschlecht

Ein nützlicher Merkhaken: Einige französische Substantive werden in beiden Geschlechtern gleich geschrieben, meinen mit unterschiedlichem Artikel aber zwei verschiedene Dinge. Der Geschlechtswechsel ist das einzige Signal zwischen nicht verwandten Bedeutungen.

WortMaskuline BedeutungFeminine Bedeutung
livrele livre — Buchla livre — Pfund
tourle tour — Zug, Trick, Rundgangla tour — Turm
modele mode — Modus, Methode, grammatischer Modusla mode — Mode
postele poste — Stelle, Radio-/Fernsehgerätla poste — Postdienst/Postamt
manchele manche — Griffla manche — Ärmel, Spielrunde, Ärmelkanal
critiquele critique — Kritikerla critique — Kritik/Rezension
mémoirele mémoire — Abschlussarbeit/Memola mémoire — Gedächtnis
physiquele physique — Körperbaula physique — Physik
vasele vase — Vasela vase — Schlamm
sommele somme — Nickerchenla somme — Summe

Berufe und Feminisierung

Historisch galten viele Berufsbezeichnungen auch bei Frauen als grammatisch maskulin, etwa le professeur, le médecin und l'écrivain. Dies verändert sich seit Jahrzehnten aktiv, aber uneinheitlich und stark nach frankophoner Region sowie Generation.

MaskulinFeminine Form(en)Hinweis
professeurprofesseureSeit den späten 1970ern Standard in Québec, seit den Empfehlungen der Académie française 2019 zunehmend auch in Frankreich
écrivainécrivaineIn Québec etabliert, in Frankreich zunehmend häufig
auteurautrice / auteureautrice folgt älterem -teur/-trice-Muster; auteure ist in Québec häufiger
médecinune médecinKeine breit standardisierte eigene feminine Form; der Artikel markiert Geschlecht
directeurdirectricelang etablierter unstrittiger Standard
acteuractricedasselbe Muster
boulangerboulangèrereguläres -er/-ère-Muster
mairela maire / mairessela maire in Frankreich heute häufiger, mairesse Standard in Québec

Die Académie française vertrat traditionell eine konservative Position zur Feminisierung von Berufstiteln. Québecs Office québécois de la langue française förderte feminisierte Berufsbezeichnungen schon ab den 1970ern aktiv. Dies zeigt, dass „korrektes Französisch“ wirklich davon abhängen kann, welchen Standard du vergleichst.

Wie bilden französische Substantive den Plural?

Französische Pluralmarkierung ist in einem wichtigen Sinn meist schriftlich statt gesprochen: Die regelmäßige Endung -s ist stumm. Le livre und les livres klingen daher außer dem Artikel selbst und möglicher folgender Liaison gleich. Das erleichtert das Hörverstehen wirklich: Meist hörst du auf den Artikel, nicht auf eine Pluralendung des Substantivs.

Standard: -s hinzufügen (stumm)

SingularPluralHinweis
le livre (Buch)les livres-s wird geschrieben, nicht ausgesprochen
la table (Tisch)les tables-s wird geschrieben, nicht ausgesprochen
l'ami (Freund)les amis-s allein stumm, löst aber obligatorische Liaison aus: les_amis

-eau, -eu → -x; -al → -aux

EndungRegelBeispielHäufige Ausnahmen
-eau-x hinzufügenbureau → bureaux, chapeau → chapeauxpraktisch keine
-eu-x hinzufügencheveu → cheveux, jeu → jeuxpneu → pneus, bleu → bleus
-alzu -aux änderncheval → chevaux, journal → journauxbal → bals, festival → festivals, carnaval → carnavals

Substantive auf -s, -x oder -z: unverändert

Ein Substantiv, das im Singular bereits auf -s, -x oder -z endet, bleibt im Plural genau gleich geschrieben. Nur der Artikel zeigt die Änderung: le fils → les fils, le prix → les prix, le nez → les nez.

Unregelmäßige und suppletive Plurale

SingularPluralBedeutung
l'œilles yeuxAuge → Augen, wirklich unregelmäßiger Plural
le cielles cieuxHimmel → Himmel (les ciels in manchen technischen/künstlerischen Zusammenhängen)
le travailles travauxArbeit/Job → Arbeiten/Jobs
monsieurmessieursHerr → Herren
madamemesdamesFrau → Damen
mademoisellemesdemoisellesFräulein → junge Damen

Unveränderliche Substantive

Eine kleine Gruppe von Substantiven sieht in Singular und Plural gleich aus, obwohl sie nicht sichtbar auf -s/-x/-z enden, meist weil das Wort schon einen stummen Endkonsonanten trägt oder zusammengesetzt ist: un cours/des cours, une souris/des souris, un temps/des temps. Wie beim Muster oben ändert sich nur der Artikel.

Wie funktionieren französische Artikel? Le/la/les, un/une/des und der Teilungsartikel

Französische Artikel leisten grammatisch mehr als das deutsche „der/die/das“ und „ein/eine“, denn sie tragen Informationen zu Geschlecht und Zahl, die mit dem Substantiv übereinstimmen müssen. Außerdem verlangt das Französische vor fast jedem Gattungsnamen einen Artikel, wo das Deutsche oft keinen braucht. Deshalb gibt es im Französischen eine dritte Artikelgruppe, den Teilungsartikel, für den es im Deutschen keine ganz genaue Entsprechung gibt.

Bestimmte Artikel: le, la, les, l'

MaskulinFeminin
Singularle (der/das) — le livrela (die) — la table
Singular vor Vokal/stummem hl' — l'amil' — l'amie
Pluralles (die) — les livresles (die) — les tables

Unbestimmte Artikel: un, une, des

MaskulinFeminin
Singularun (ein) — un livreune (eine) — une table
Pluraldes (einige) — des livresdes (einige) — des tables

Des im Plural bedeutet ungefähr „einige“. Anders als sein deutsches Gegenstück ist es nicht optional: Das Französische lässt ein zählbares Substantiv im Plural selten ohne Artikel stehen, wo das Deutsche dies problemlos kann. J'ai des amis (Ich habe Freunde/einige Freunde) braucht des, während „Freunde“ im Deutschen natürlich ohne Artikel steht.

Der Teilungsartikel: du, de la, de l', des — und warum das Französische ihn braucht

Der Teilungsartikel bezeichnet eine unbestimmte Menge von etwas, ungefähr „etwas“ oder „ein wenig“. Das Französische trennt grammatisch streng zwischen zählbaren Substantiven (mit un/une/des) und Stoff- oder nicht zählbaren Substantiven, die einen eigenen Artikel brauchen. Wo das Deutsche das Stoffsubstantiv einfach ohne Artikel verwenden kann („Ich trinke Wasser“), kann das Französische das nicht: je bois de l'eau braucht den Teilungsartikel.

FormVerwendung beiBeispiel
dumaskulinen Substantiven im Singulardu pain (etwas Brot), du fromage (etwas Käse)
de lafemininen Substantiven im Singularde la confiture (etwas Marmelade), de la patience (etwas Geduld)
de l'Substantiven im Singular, die mit Vokal/stummem h beginnen, beider Geschlechterde l'eau (etwas Wasser), de l'argent (etwas Geld)
desSubstantiven im Plural (formgleich mit dem unbestimmten Artikel im Plural)des fraises (einige Erdbeeren)

Des hat tatsächlich zwei Funktionen: Es ist sowohl der unbestimmte Artikel im Plural als auch der Teilungsartikel im Plural. Dieselbe geschriebene und gesprochene Form deckt „einige [zählbare] Äpfel“ und „eine [unbestimmte Menge] Apfelmasse“ ab. In der Praxis führt das selten zu Verwirrung, weil der Kontext fast immer zeigt, ob ein Substantiv als zählbar oder als Stoff aufgefasst wird.

Warum de nach Verneinungen und Mengenangaben den Teilungsartikel ersetzt

Zwei sehr häufige Kontexte reduzieren jede Form des Teilungsartikels — du, de la, de l', des — auf einfaches de (vor einem Vokal d'). Gerade weil diese Änderung nicht optional wirkt, gehört sie zu den hartnäckigsten Fehlern von Anfängerinnen und Anfängern.

  • Nach einer Verneinung: Je bois du café → Je ne bois pas de café (Ich trinke keinen Kaffee, nicht „pas du café“). Il y a de la confiture → Il n'y a pas de confiture (Es gibt keine Marmelade).
  • Nach Mengenangaben: beaucoup de temps (viel Zeit, nicht „beaucoup du temps“), un peu de sucre (etwas Zucker), trop de bruit (zu viel Lärm), une bouteille de vin (eine Flasche Wein), un kilo de pommes (ein Kilo Äpfel) — das Mengenwort oder die Mengenangabe übernimmt die Aufgabe, die sonst der Teilungsartikel hätte; der Teilungsartikel entfällt daher ganz.

Eine echte Ausnahme schränkt die Verneinungsregel ein: Wenn das Verb être verwendet wird und der Satz benennt oder kontrastiert, was etwas ist, statt dessen Existenz oder Besitz zu verneinen, bleibt der volle Teilungsartikel erhalten: Ce n'est pas du vin, c'est du jus (Das ist kein Wein, das ist Saft). Der Satz verneint nicht die Existenz von Wein, sondern stellt zwei Bezeichnungen einander gegenüber.

Verschmelzungen: au, aux, du, des

Die Präpositionen à (zu/an) und de (von/aus) verschmelzen obligatorisch mit den maskulinen und pluralischen bestimmten Artikeln. Sie getrennt zu schreiben ist schlicht falsch.

Präposition + ArtikelVerschmelzungBeispiel
à + leauJe vais au parc. (Ich gehe in den Park.) — nie à le parc
à + lesauxJe parle aux enfants. (Ich spreche mit den Kindern.) — nie à les enfants
à + la / à + l'keine VerschmelzungJe vais à la banque. / Je vais à l'école.
de + leduJe viens du Japon. (Ich komme aus Japan.) — nie de le Japon
de + lesdesLe livre des enfants. (Das Buch der Kinder.) — nie de les enfants
de + la / de + l'keine VerschmelzungJe viens de la banque. / Je viens de l'école.

Beachten Sie, dass du und des formgleich, aber mehrdeutig sind: du kann entweder die Verschmelzung von de + le („vom“, „des“) oder der maskuline Teilungsartikel („etwas“) sein; des kann de + les oder der Teilungs-/unbestimmte Artikel im Plural sein. Der Kontext klärt das sofort: je viens du Canada ist eindeutig die Verschmelzung („aus dem Kanada“), während je mange du pain eindeutig den Teilungsartikel meint („etwas Brot“). Grammatisch sind dies jedoch zwei verschiedene, zufällig gleich geschriebene Formen.

Wo das Französische einen Artikel verwendet und das Deutsche keinen

Dieser Punkt lässt Übersetzungen Wort für Wort in beide Richtungen falsch klingen. Lernen Sie ihn am besten als kleines eigenes System:

  • Allgemeine oder abstrakte Aussagen verwenden den bestimmten Artikel, wo das Deutsche ihn ganz weglässt: J'aime le café (Ich mag Kaffee — wörtlich „den Kaffee“, also Kaffee im Allgemeinen), La vie est belle (Das Leben ist schön), L'amour est compliqué (Liebe ist kompliziert).
  • Sprachen stehen normalerweise mit Artikel, außer direkt nach dem Verb parler: J'étudie le français (Ich lerne Französisch) braucht den Artikel, aber Je parle français (Ich spreche Französisch) lässt ihn üblicherweise weg. Je parle bien le français (Ich spreche gut Französisch) setzt den Artikel wieder, sobald das Sprachsubstantiv näher bestimmt wird.
  • Wochentage erhalten den Artikel, wenn ein regelmäßiges Ereignis gemeint ist: Le lundi, je travaille (Montags arbeite ich). Vergleichen Sie das artikelose lundi, je travaille: Das bedeutet „Diesen kommenden Montag arbeite ich“, also einen einzelnen bestimmten Termin statt einer Gewohnheit.

Wie stimmen französische Adjektive überein, und wo stehen sie im Satz?

Dieser Abschnitt beantwortet zwei Fragen: Wie verändert ein Adjektiv seine Form, damit es mit dem Substantiv übereinstimmt, und wo steht es im Verhältnis zu diesem Substantiv? Beides ist wichtig. Wie auch in den verwandten spanischen und italienischen Grammatiktraditionen trägt die Stellung bei einigen sehr häufigen Adjektiven tatsächlich Bedeutung — ein Punkt, den Anfängerkurse oft auslassen.

Regelmäßige Übereinstimmung: -e für Femininum, -s für Plural

AdjektivtypMask. SingularFem. SingularMask. PluralFem. Plural
Regelmäßig (-e/-s hinzufügen)grandgrandegrandsgrandes
Endet bereits auf -e (keine Änderung nach Geschlecht)rougerougerougesrouges
Endet bereits auf -s (keine Änderung im mask. Plural)grisgrisegrisgrises

Weil das feminine -e und das Plural--s meist stumm sind, zeigt sich die Übereinstimmung vor allem in der Schrift. Grand und grande können gleich oder verschieden klingen, je nachdem, ob die Grundform auf einen ausgesprochenen Konsonanten endet. Das knüpft an das Muster des e muet aus dem Abschnitt zur Aussprache an: Das stumme abschließende -e „schaltet“ den vorangehenden Konsonanten ein.

Unregelmäßige feminine Formen

Maskulines MusterFemininum-MusterBeispiel
-eux-euseheureux → heureuse (glücklich)
-f-veactif → active (aktiv), neuf → neuve (neu)
-er-èrepremier → première (erste/r), cher → chère (lieb/teuer)
-on, -en-onne, -ennebon → bonne (gut), ancien → ancienne (alt/ehemalig)
-c-che oder -queblanc → blanche (weiß), public → publique (öffentlich)
-eur (Tätigkeitsbezeichnungen)-euse oder -ricetravailleur → travailleuse (fleißig), protecteur → protectrice (schützend)
-x-se (oft auch mit unregelmäßigem Stamm)doux → douce (weich), faux → fausse (falsch), roux → rousse (rothaarig)
unregelmäßig, ohne Muster—beau → belle (schön), long → longue (lang), frais → fraîche (frisch), gentil → gentille (freundlich)

Drei sehr häufige Adjektive — beau (schön), nouveau (neu) und vieux (alt) — haben eine besondere dritte maskuline Form. Sie steht nur unmittelbar vor einem maskulinen Substantiv im Singular, das mit einem Vokal oder stummem h beginnt, um einen ungünstigen Vokalzusammenstoß zu vermeiden: un bel homme (ein schöner Mann), nicht un beau homme; un nouvel ami (ein neuer Freund); un vieil arbre (ein alter Baum). Die reguläre maskuline Form (beau, nouveau, vieux) steht überall sonst; die femininen Formen (belle, nouvelle, vieille) bleiben von dieser Regel unberührt.

Stellung: nach dem Substantiv (der Normalfall) oder davor (mit zusätzlicher Bedeutung)

Ein beschreibendes französisches Adjektiv steht normalerweise nach dem Substantiv, anders als im Deutschen: une voiture rouge (ein rotes Auto), un livre intéressant (ein interessantes Buch), une histoire vraie (eine wahre Geschichte). Ein rein beschreibendes Adjektiv aus Gewohnheit vor das Substantiv zu setzen, ist ein sehr typisches Merkmal von Englisch als Ausgangssprache.

Eine bestimmte kurze Gruppe häufiger Adjektive steht üblicherweise vor dem Substantiv. Die Merkhilfe lautet BAGS (oder BANGS, wenn Zahlen getrennt genannt werden): Beauty (Schönheit), Age (Alter), (Number, Zahl), Goodness (Güte), Size (Größe).

KategorieHäufige AdjektiveBeispiel
Schönheitbeau (schön), joli (hübsch)une belle maison (ein schönes Haus)
Alterjeune (jung), vieux (alt), nouveau (neu)un jeune homme (ein junger Mann)
Zahlpremier (erste/r), deuxième (zweite/r), plusieurs (mehrere)la première fois (das erste Mal)
Gütebon (gut), mauvais (schlecht)un bon restaurant (ein gutes Restaurant)
Größegrand (groß), petit (klein), gros (groß/dick)une petite ville (eine kleine Stadt)

Adjektive, deren Bedeutung sich mit der Stellung ändert

Einige Adjektive können grammatisch vor oder nach dem Substantiv stehen. Ihre Verschiebung ändert dabei wirklich die Bedeutung und nicht nur das Register. Das ist ein echtes Werkzeug der Bedeutung, keine bloße Stilfrage.

AdjektivVor dem SubstantivNach dem Substantiv
ancienl'ancien président — der ehemalige Präsidentun bâtiment ancien — ein altes/antikes Gebäude
chermon cher ami — mein lieber Freundun livre cher — ein teures Buch
proprema propre maison — mein eigenes Hausune maison propre — ein sauberes Haus
grandun grand homme — ein großer Mann (durch Leistung/Statur)un homme grand — ein großer Mann (Körpergröße)
pauvreun pauvre homme — ein armer/unglücklicher Mann (Mitleid)un homme pauvre — ein armer mittelloser Mann

Wenn Sie dieses Muster erkennen, wird es zu einem nützlichen Test dafür, ob Sie einen Satz richtig verstanden haben, und nicht nur zu einer Wissensfrage: mon ancien professeur (mein ehemaliger Lehrer, der mich nicht mehr unterrichtet) und un professeur ancien (ein betagter Lehrer; eine ungewöhnliche, aber grammatisch auf das Alter bezogene Formulierung) beschreiben mit denselben zwei Wörtern in anderer Reihenfolge unterschiedliche Situationen.

Wie funktionieren französische Pronomen? Subjekt-, Betonungs- und Objektpronomen, y und en

Für deutschsprachige Lernende ist dies wohl das dichteste Grammatiksystem im Französischen. Nicht weil ein einzelner Teil besonders schwer wäre, sondern weil sich sechs Pronomenreihen überschneiden — Subjekt-, Betonungs-, direktes und indirektes Objektpronomen sowie y und en. Sie werden nach strengen Regeln der Reihenfolge und Stellung kombiniert, für die es im Deutschen fast keine Entsprechung gibt. Besonders y und en haben kein direktes deutsches Gegenstück: Das Deutsche wiederholt meist das Substantiv oder lässt die Idee weg, während das Französische ein vorgeschriebenes Pronomen verwendet. Wenn sich in einem Satz zwei oder drei davon stapeln, fühlt sich das völlig normal nach Jonglieren an — denn genau das tun Sie, und Muttersprachlerinnen und Muttersprachler haben diese Fähigkeit ebenfalls Schritt für Schritt gelernt.

Subjektpronomen

PersonSingularPlural
1.je (ich)nous (wir)
2.tu (du, informell)vous (ihr oder Sie)
3.il (er/es), elle (sie/es), on (man/wir/Leute)ils (sie, maskulin/gemischt), elles (sie, nur feminin)

On ist grammatisch ein Pronomen der dritten Person Singular und erhält immer dieselbe Verbform wie il/elle. Seine alltägliche Bedeutung reicht vom echten unpersönlichen „man“ (on ne sait jamais, man weiß nie) bis, vor allem im lockeren gesprochenen Französisch, zu einem direkten Ersatz für nous (wir): on va au cinéma bedeutet im gewöhnlichen Gespräch einfach „Wir gehen ins Kino“ und ist in der gesprochenen Sprache häufiger als das formellere nous allons au cinéma. Das sollte man früh wissen, weil Lehrbücher manchmal unterschätzen, wie dominant on für „wir“ im echten gesprochenen Französisch ist.

Betonungspronomen (selbstständige Pronomen)

PersonSingularPlural
1.moi (ich/mich)nous (wir/uns)
2.toi (du/dich)vous (ihr/euch)
3.lui (er/ihm), elle (sie/ihr), soi (man selbst)eux (sie, maskulin/gemischt), elles (sie, nur feminin)

Betonungspronomen stehen nach einer Präposition (pour moi, für mich; avec eux, mit ihnen), zur Hervorhebung (moi, je pense que..., ich denke ...), als selbstständige Antwort (Qui est là? — Moi., Wer ist da? — Ich.) und in Vergleichen (plus grand que moi, größer als ich). Soi verbindet sich speziell mit einem unpersönlichen oder allgemeinen Subjekt: chacun pour soi (jeder für sich), on rentre chez soi (man geht nach Hause).

Direkte und indirekte Objektpronomen

PersonDirektes ObjektIndirektes Objekt
1. Singularme (mich)me (mir/für mich)
2. Singularte (dich)te (dir/für dich)
3. Singular mask.le (ihn/es)lui (ihm/für ihn)
3. Singular fem.la (sie/es)lui (ihr/für sie)
1. Pluralnous (uns)nous (uns/für uns)
2. Pluralvous (euch/Sie)vous (euch/Ihnen)
3. Pluralles (sie)leur (ihnen/für sie)

Je le vois (Ich sehe ihn/es), je la connais (Ich kenne sie/es), je leur parle (Ich spreche mit ihnen). Wie beim spanischen le/les unterscheiden die französischen Formen lui und leur überhaupt kein Geschlecht: lui bedeutet sowohl „ihm“ als auch „ihr“. Der Kontext oder eine ergänzende Betonungspronomen-Gruppe klärt jede Mehrdeutigkeit.

Y: Ersatz für à + Ort oder à + Sache

Y ist eines von zwei Pronomen ohne direkte deutsche Entsprechung. Wo das Französische y verlangt, wiederholt das Deutsche entweder das Substantiv oder lässt die Idee einfach weg. Es ersetzt einen Ort (ungefähr „dort/hin“) oder die Verbindung à + Sache, niemals aber eine Person; dafür verwendet man ein Betonungspronomen.

  • Tu vas à Paris? — Oui, j'y vais. (Fährst du nach Paris? — Ja, ich fahre hin.)
  • Il pense à son travail. → Il y pense. (Er denkt daran — penser à.)
  • Il pense à sa sœur. → Il pense à elle, NICHT il y pense — weil das Objekt von à hier eine Person ist, verwendet das Französische ein Betonungspronomen statt y.

Y erscheint außerdem fest in einer der häufigsten Wendungen der Sprache, il y a (es gibt). Für die meisten Sprechenden wirkt es dort nicht mehr wie ein eigenständiges bedeutungstragendes Pronomen, sondern einfach wie ein Teil der Wendung.

En: Ersatz für de + Substantiv oder eine Menge

En ist das zweite Pronomen ohne deutsche Entsprechung. Es ersetzt de + ein Substantiv oder vertritt ein Substantiv, das bereits mit einem unbestimmten Artikel, Teilungsartikel oder Zahlausdruck eingeführt wurde. Damit deckt es Funktionen ab, die das Deutsche mit „davon“, „einige“ oder ganz ohne eigenes Wort ausdrückt.

  • Tu veux du café? — Oui, j'en veux. (Möchtest du Kaffee? — Ja, ich möchte welchen.)
  • Il parle de son voyage. → Il en parle. (Er spricht darüber — parler de.)
  • Combien de livres as-tu? — J'en ai trois. (Wie viele Bücher hast du? — Ich habe drei davon.) Die Zahl trois bleibt stehen, obwohl en livres bereits ersetzt hat. Diese Kombination aus en und einem verbleibenden Mengenwort ist normal und erforderlich, nicht überflüssig.

Die vollständige Tabelle der Pronomenreihenfolge

Wenn ein Satz mehr als ein Objektpronomen enthält, legt das Französische ihre Reihenfolge streng fest; es gibt keine freie Variation. In einem normalen Aussagesatz (nicht in einem bejahten Befehl) lautet die Reihenfolge:

12345
me / te / se / nous / vousle / la / leslui / leuryen
  • Il me le donne. — Er gibt es mir. (Spalte 1 + Spalte 2)
  • Il le lui donne. — Er gibt es ihm/ihr. (Spalte 2 + Spalte 3)
  • Je vous en donne. — Ich gebe Ihnen/euch etwas davon. (Spalte 1 + Spalte 5)
  • Il y en a. — Es gibt welche. (Spalte 4 + Spalte 5 innerhalb des festen Rahmens il y a)

Stellung bei Infinitiven und Imperativen

Wenn ein konjugiertes Verb einen Infinitiv regiert (vouloir, aller, pouvoir, devoir + Infinitiv), steht das Objektpronomen unmittelbar vor dem Infinitiv, zu dem es gehört, nicht vor dem konjugierten Verb: Je veux le voir (Ich möchte ihn/es sehen), niemals je le veux voir. Das ist eine feste Regel ohne freie Variation, anders als es die entsprechende spanische Konstruktion erlaubt.

Bei Befehlen wird die übliche Reihenfolge umgekehrt und nach Bejahung oder Verneinung aufgeteilt. Pronomen stehen nach einem bejahten Befehl mit Bindestrich und vor einem verneinten Befehl als gewöhnliche getrennte Wörter.

  • Donne-le-moi. — Gib es mir. (bejaht: Verb–direktes Objekt–indirektes Objekt, mit Bindestrichen; me wird in dieser angehängten Stellung zu moi)
  • Ne me le donne pas. — Gib es mir nicht. (verneint: Die Pronomen kehren in ihre normale Form zurück und stehen vorn.)
  • Lève-toi. — Steh auf. (te → toi nach einem bejahten reflexiven Befehl)
  • Ne te lève pas. — Steh nicht auf. (toi wird in der Verneinung wieder zu te)

Reflexivpronomen

PersonSingularPlural
1.me (mich selbst)nous (uns selbst)
2.te (dich selbst)vous (euch selbst)
3.se (sich selbst)se (sich selbst)

Je me lave (Ich wasche mich), elle se réveille (sie wacht auf), ils se parlent (sie sprechen miteinander, wechselseitig). Reflexivpronomen sind zentral für eine große Gruppe französischer Verben, die pronominalen Verben. Sie werden im Abschnitt zum passé composé weiter unten vollständig behandelt, denn ihr Verhalten in zusammengesetzten Zeiten gehört zu den wirklich komplexeren Teilen der französischen Grammatik.

Wie funktioniert die französische Verbkonjugation? Drei Gruppen plus echte Unregelmäßigkeiten

Französische Verben werden traditionell nach ihrer Infinitivendung in drei „Gruppen“ eingeteilt. Ähnlich wie im Spanischen bilden die ersten zwei Gruppen tatsächlich ein geschlossenes, gut lernbares System. In der dritten Gruppe erhält das Französische seinen Ruf als unregelmäßige Sprache: Sie enthält sowohl ein regelmäßiges -re-Muster als auch alle wirklich unregelmäßigen Verben, darunter einige der häufigsten Verben der Sprache.

Die drei Konjugationsgruppen

GruppeInfinitivendungBeispielHinweis
1. Gruppe-erparler (sprechen)Mit Abstand die größte Gruppe — etwa 90 % der französischen Verben; jedes neue Verb landet hier, auch neuere Bildungen wie télécharger (herunterladen) und cliquer (klicken).
2. Gruppe-ir (mit -iss- im Plural)finir (beenden)Eine geschlossene, aber große regelmäßige Gruppe: finis, finis, finit, finissons, finissez, finissent
3. Gruppe-re sowie unregelmäßige -ir-Verben und echte Unregelmäßigkeitenvendre (verkaufen), partir (weggehen), être (sein)Die Sammelgruppe; sie enthält die häufigsten Verben der Sprache.

Innerhalb der dritten Gruppe ist eine Unterscheidung wichtig: Nicht jedes -ir-Verb verhält sich wie finir. Eine eigene Gruppe — partir (weggehen), sortir (hinausgehen), dormir (schlafen), servir (dienen) — verliert im Singular den letzten Konsonanten des Stamms und erhält nie das Einschubmorphem -iss-: je pars, tu pars, il part, nous partons, vous partez, ils partent. Ob im Plural -iss- hörbar ist (finissons) oder nicht (partons), ist ein zuverlässiger Hinweis darauf, welchem Muster ein neues -ir-Verb folgt.

Schreibänderungen bei -er-Verben

Einige sehr häufige -er-Verben sind nicht wirklich unregelmäßig — ihr Klang ist völlig vorhersehbar. Die französische Rechtschreibung erzwingt aber eine kleine schriftliche Anpassung, damit der Konsonanten- oder Vokalklang des Stamms vor den regelmäßigen Endungen gleich bleibt.

MusterAuslöserBeispiel
Typ manger: -e- vor a/o hinzufügenerhält den „weichen g“-Laut /ʒ/nous mangeons (wir essen) — nicht „mangons“, das ein hartes g hätte
Typ commencer: ç vor a/oerhält den „weichen c“-Laut /s/nous commençons (wir beginnen) — nicht „commencons“
Typ acheter/lever: e → èvor einer Silbe mit stummer Endungj'achète, tu achètes, il achète, ils achètent — aber nous achetons, vous achetez behalten das einfache e
Typ appeler/jeter: Konsonant verdoppelnvor einer Silbe mit stummer Endungj'appelle, tu appelles, il appelle, ils appellent — aber nous appelons, vous appelez
Typ payer/employer: y → ivor einer Silbe mit stummer Endung (bei -ayer-Verben optional)il emploie (er verwendet), je paie/je paye (ich bezahle, beide Schreibungen akzeptiert)

All diese Änderungen dienen nur dazu, einen Laut zu erhalten, nie dazu, ihn zu verändern. Genau deshalb lassen sie sich als kleine, geschlossene Gruppe von fünf Mustern lernen und müssen nicht als unvorhersehbare Unregelmäßigkeit behandelt werden.

Echte Unregelmäßigkeiten: eine kurze Liste häufiger Verben

Eine geschlossene Gruppe von Verben ist auf eine Weise unregelmäßig, die sich nicht auf eine Rechtschreibregel zurückführen lässt. Diese Verben müssen einzeln gelernt werden; weil sie zu den häufigsten der Sprache gehören, begegnen Sie fast allen schon in den ersten Wochen. Zehn besonders häufige — être, avoir, aller, faire, pouvoir, vouloir, devoir, savoir, prendre und venir — werden im nächsten Abschnitt vollständig konjugiert. Viele weniger häufige unregelmäßige Verben teilen das Muster eines dieser zehn: tenir (halten), retenir (behalten) und obtenir (erhalten) werden genau wie venir konjugiert; apprendre (lernen) und comprendre (verstehen) genau wie prendre. Wer die zehn Kernverben lernt, gewinnt daher einen deutlich größeren aktiven Wortschatz, als die Zahl zehn vermuten lässt.

Wie werden être, avoir, aller, faire, pouvoir, vouloir, devoir, savoir, prendre und venir konjugiert?

Diese zehn Verben sollte man direkt auswendig lernen, wie im Deutschen „gehen – ging – gegangen“. Keine Regel leitet sie her, und Musterabkürzungen helfen nicht. Der Nutzen ist groß: Zusammen decken sie einen enormen Anteil des alltäglichen gesprochenen Französisch ab, sowohl als Vollverben als auch als Hilfs- und Modalverben, von denen vieles andere abhängt.

Être, avoir, aller, faire (Präsens)

Personêtre (sein)avoir (haben)aller (gehen/fahren)faire (machen/tun)
jesuisaivaisfais
tuesasvasfais
il/elle/onestavafait
noussommesavonsallonsfaisons
vousêtesavezallezfaites
ils/ellessontontvontfont

Être und avoir verdienen über ihre Bedeutungen „sein“ und „haben“ hinaus besondere Aufmerksamkeit: Beide dienen auch als Hilfsverben, mit denen alle zusammengesetzten französischen Zeiten gebildet werden. Dies wird im nächsten Abschnitt zum passé composé ausführlich behandelt.

Pouvoir, vouloir, devoir, savoir (Präsens)

Personpouvoir (können)vouloir (wollen)devoir (müssen)savoir (wissen/können)
jepeuxveuxdoissais
tupeuxveuxdoissais
il/elle/onpeutveutdoitsait
nouspouvonsvoulonsdevonssavons
vouspouvezvoulezdevezsavez
ils/ellespeuventveulentdoiventsavent

Alle vier haben eine erkennbare Form: einen gemeinsamen Stamm im Singular für je/tu/il, einen anderen für nous/vous und die Pluralform mit ils, die durch Anhängen von -ent an einen dritten Stamm entsteht. Dieser ähnelt oft dem Singularstamm mit verdoppeltem Endkonsonanten (peut → peuvent, veut → veulent, doit → doivent). Dieses Dreistamm-Muster erklärt auch die Bildung des Präsens-Konjunktivs, dessen Stämme direkt von der ils-Form ausgehen.

Prendre und venir sowie ihre Verbfamilien

Personprendre (nehmen)venir (kommen)
jeprendsviens
tuprendsviens
il/elle/onprendvient
nousprenonsvenons
vousprenezvenez
ils/ellesprennentviennent

Beide Verben bilden den Kern einer Familie von Zusammensetzungen, die genauso konjugiert werden: apprendre (lernen), comprendre (verstehen), surprendre (überraschen) und reprendre (wiederaufnehmen) folgen genau prendre. Revenir (zurückkommen), devenir (werden) sowie — trotz anderer historischer Herkunft mit demselben Stammwechselmuster — tenir (halten), retenir (behalten/sich merken) und obtenir (erhalten) werden alle genau wie venir konjugiert: je tiens, tu tiens, il tient, nous tenons, vous tenez, ils tiennent.

Partizipien Perfekt der zehn unregelmäßigen Verben

Alle diese Verben haben ein unregelmäßiges Partizip Perfekt, das einzeln gelernt werden muss. Es wird ständig benötigt, da es das passé composé und alle anderen unten behandelten zusammengesetzten Zeiten bildet.

InfinitivPartizip PerfektBedeutung
êtreétégewesen
avoireugehabt
allerallégegangen
fairefaitgemacht/getan
pouvoirpugekonnt
vouloirvoulugewollt
devoirdû (fem. due, Plural dus/dues)gemusst
savoirsugewusst
prendreprisgenommen
venirvenugekommen

Dû behält seinen Zirkumflex besonders im maskulinen Singular, damit es sich in der Schrift vom Teilungsartikel du unterscheidet. Das ist eine kleine, bewusste Rechtschreibhilfe, keine Ausspracheänderung: In sorgfältiger Aussprache sind die beiden Formen nicht gleich, können aber ähnlich genug klingen, dass sich der Akzent im Schriftbild lohnt.

Das Präsens vollständig

Das Präsens ist die Grundlage für den Rest dieses Leitfadens: Der Präsens-Konjunktiv entsteht durch Anpassung der ils-Form des Indikativ Präsens, der Imperativ übernimmt Präsensformen direkt, und das Imperfekt wird aus der nous-Form des Präsens gebildet. Ein wirklich sicheres regelmäßiges Präsens zahlt sich im ganzen Verb-System aus.

Regelmäßige Konjugation im Präsens

Person-er: parler (sprechen)-ir: finir (beenden)-re: vendre (verkaufen)
jeparlefinisvends
tuparlesfinisvends
il/elle/onparlefinitvend
nousparlonsfinissonsvendons
vousparlezfinissezvendez
ils/ellesparlentfinissentvendent

Beachten Sie, wie viel von dieser Tabelle in der gesprochenen Sprache stumm ist: parle, parles und parlent werden alle gleich ausgesprochen, /parl/, und auch vends, vend klingen gleich. Bei -er- und -re-Verben unterscheiden die schriftlichen Endungen die Personen viel stärker als die gesprochenen. Genau deshalb fallen Subjektpronomen im Französischen nicht weg wie regelmäßig im Spanischen: Ohne ein genanntes je/tu/il wären mehrere Präsensformen beim Hören nicht zu unterscheiden.

Was das französische Präsens abdeckt, wofür das Englische drei Formen trennt

Wie im Spanischen leistet das französische Präsens die Arbeit mehrerer englischer Konstruktionen. Je parle français kann „Ich spreche Französisch“ (eine Gewohnheit) und im Kontext „Ich spreche gerade Französisch“ bedeuten. Das Französische hat allerdings eine eigene Form, um die zweite Bedeutung zu betonen; sie folgt gleich. Mit einer eindeutigen Zeitangabe kann das Präsens sogar eine nahe Zukunft ausdrücken: Je pars demain (Ich fahre morgen los), mit völliger Sicherheit, als wäre es bereits vereinbart.

Présent continu: être en train de + Infinitiv

Das Französische grammatikalisiert keine andauernde „-ing“-Form wie das Englische. Das einfache Präsens deckt eine laufende Handlung bereits standardmäßig ab, und je mange ist sowohl für „Ich esse“ als auch „Ich esse gerade“ korrekt. Wenn jemand besonders betonen möchte, dass eine Handlung genau in diesem Moment wirklich im Gange ist — mitten in X —, verwendet das Französische être en train de + Infinitiv.

Einfaches PräsensPrésent continu (betont „mitten dabei“)Bedeutung
Je mange.Je suis en train de manger.Ich esse. / Ich esse gerade, mitten dabei.
Elle travaille.Elle est en train de travailler.Sie arbeitet. / Sie arbeitet gerade.
Ils étudient.Ils sont en train d'étudier.Sie lernen. / Sie lernen gerade.

Da être en train de eine wirklich markierte, betonte Wahl und nicht die Standardform für eine laufende Handlung ist, zeigt ein übermäßiger Gebrauch — jedes englische „-ing“ damit wiederzugeben — deutlich eine zu wörtliche Übertragung aus dem Englischen. Vertrauen Sie stattdessen darauf, dass das einfache französische Präsens diese Aufgabe selbst übernimmt.

Wie funktioniert das passé composé? Avoir oder être?

Das passé composé ist die Standardvergangenheit des alltäglichen gesprochenen Französisch. Im Gespräch ist es häufiger als das imparfait und wird wie jede zusammengesetzte Zeit im Französischen gebildet: ein nach dem Subjekt konjugiertes Hilfsverb plus ein Partizip Perfekt, das meist unverändert bleibt. Die zwei echten Schwierigkeiten, die unten vollständig erklärt werden, sind die Wahl des richtigen Hilfsverbs und die Frage, wann das Partizip übereinstimmen muss.

Das Partizip Perfekt bilden

GruppeRegelBeispiel
-er-Verben (1. Gruppe)Stamm + -éparler → parlé (gesprochen)
-ir-Verben (2. Gruppe)Stamm + -ifinir → fini (beendet)
-re-Verben (regelmäßige 3. Gruppe)Stamm + -uvendre → vendu (verkauft)

Eine große Gruppe häufiger unregelmäßiger Partizipien Perfekt muss zusätzlich zu den bereits behandelten zehn Kernverben einzeln gelernt werden: dire → dit (gesagt), écrire → écrit (geschrieben), mettre → mis (gestellt/gelegt), ouvrir → ouvert (geöffnet), voir → vu (gesehen), lire → lu (gelesen), naître → né (geboren), mourir → mort (gestorben), être → été (gewesen). Zusammensetzungen mit einem unregelmäßigen Verb behalten im Allgemeinen dieselbe Unregelmäßigkeit: découvrir (entdecken) → découvert, nach dem Muster von ouvrir.

Die Aufteilung zwischen avoir und être: DR & MRS VANDERTRAMP

Die meisten französischen Verben — die überwältigende Mehrheit — verwenden im passé composé avoir: j'ai mangé (ich habe gegessen), elle a fini (sie hat beendet). Eine geschlossene, gut merkbare Liste von etwa sechzehn Verben, die fast alle eine Bewegung zwischen Orten oder einen Zustandswechsel beschreiben, verwendet stattdessen être. Häufig wird sie mit der Eselsbrücke DR & MRS VANDERTRAMP gelernt.

BuchstabeVerbBedeutung
DDevenirwerden
RRevenirzurückkommen
MMonterhinaufgehen/steigen
RResterbleiben
SSortirhinausgehen
VVenirkommen
AAllergehen/fahren
NNaîtregeboren werden
DDescendrehinuntergehen
EEntrereintreten
RRetournerzurückkehren/zurückgehen
TTomberfallen
RRentrerzurück-/nach Hause gehen
AArriverankommen
MMourirsterben
PPartirweggehen

Elle est allée au marché. (Sie ist zum Markt gegangen.) Ils sont nés en 1990. (Sie sind 1990 geboren.) Ein wichtiger Sonderfall: Mehrere dieser Verben — monter, descendre, sortir, rentrer und passer — wechseln zu avoir, wenn sie transitiv mit einem direkten Objekt verwendet werden. Dann beschreiben sie nicht mehr die eigene Bewegung des Subjekts: il est descendu (er ist hinuntergegangen, intransitiv, être) gegenüber il a descendu les escaliers (er ist die Treppe hinuntergegangen/hat sie hinuntergebracht, transitiv, avoir). Dieser Wechsel zwischen transitiv und intransitiv ist eine echte produktive Regel, keine zufällige Ausnahme.

Übereinstimmung des Partizips Perfekt

Die Übereinstimmung verhält sich völlig anders, je nachdem welches Hilfsverb verwendet wird. Die beiden Regeln zu vermischen, gehört zu den häufigsten Fehlern auf Mittelstufenniveau.

HilfsverbRegel der ÜbereinstimmungBeispiel
être (nicht pronominal)Das Partizip stimmt immer in Geschlecht und Zahl mit dem Subjekt überein.Elle est partie. (Sie ist weggegangen.) Ils sont partis. (Sie sind weggegangen.) Elles sont parties. (Sie sind weggegangen, nur Frauen.)
avoirDas Partizip bleibt normalerweise unverändert — AUSSER wenn ein direktes Objekt vor dem Verb steht; dann stimmt es mit diesem vorangestellten direkten Objekt überein.J'ai acheté la voiture. (keine Übereinstimmung — direktes Objekt folgt) gegenüber La voiture que j'ai achetée. (Übereinstimmung — que bezieht sich auf das vorangehende la voiture)

Die Regel zum vorangehenden direkten Objekt erscheint am häufigsten mit einem Relativpronomen (que), einem vorangestellten Objektpronomen oder einem vorgezogenen Fragewort: Je l'ai achetée (Ich habe sie gekauft, feminin — l' = la voiture, vorangestellt), Combien de lettres as-tu écrites? (Wie viele Briefe hast du geschrieben? — combien de lettres steht voran und bestimmt die Übereinstimmung). Folgt das direkte Objekt hingegen in seiner normalen Stellung dem Verb, stimmt das Partizip nie überein, unabhängig von Geschlecht oder Zahl: J'ai écrit deux lettres, nie écrites.

Pronominale Verben im passé composé

Jedes reflexive (pronominale) Verb verwendet in jeder zusammengesetzten Zeit ausnahmslos être: je me suis levé(e) (ich bin aufgestanden), niemals j'ai me levé. Die Übereinstimmung folgt hier aber der Logik von avoir, nicht der einfachen être-Logik: Das Partizip stimmt nur mit dem Reflexivpronomen überein, wenn dieses als direktes Objekt funktioniert. Funktioniert es stattdessen als indirektes Objekt, bleibt das Partizip unverändert.

SatzRolle von se/me usw.Übereinstimmung?
Elle s'est levée. (Sie ist aufgestanden.)Direktes Objekt — „Sie erhob sich selbst“Ja — levée stimmt mit elle überein.
Elle s'est lavé les mains. (Sie hat sich die Hände gewaschen.)Indirektes Objekt — „wusch sich die Hände“; les mains ist das direkte Objekt und folgt dem Verb.Nein — lavé bleibt unverändert.
Ils se sont téléphoné. (Sie haben miteinander telefoniert.)Indirektes Objekt — téléphoner à quelqu'un verlangt à, daher ist das wechselseitige se indirekt.Nein — téléphoné bleibt unverändert.
Elles se sont vues. (Sie haben einander gesehen.)Direktes Objekt — voir quelqu'un verlangt ein direktes Objekt.Ja — vues stimmt mit elles überein.

Das ist ein wirklich schwieriger Teil der französischen Grammatik. Um überhaupt entscheiden zu können, ob das vorangestellte Reflexivpronomen direkt oder indirekt ist, muss man wissen, ob das zugrunde liegende Verb (laver quelqu'un, téléphoner à quelqu'un, voir quelqu'un) normalerweise ein direktes oder indirektes Objekt verlangt. Selbst gebildete Muttersprachlerinnen und Muttersprachler zögern bei der Übereinstimmung gelegentlich in schneller, ungeplanter Rede; im lockeren Gespräch ist die Übereinstimmung ohnehin oft nicht hörbar. Ihr Hauptgewicht liegt daher in formeller Schrift.

Passé composé oder imparfait: Wie wählen französische Sprecher die Vergangenheit?

Hier zeigt sich im Französischen derselbe Moment, in dem Lernende merken, dass eine Sprache anders über Zeit denkt, den Spanischlernende beim Präteritum und Imperfekt erleben. Der Grund ist derselbe: Das Englische hat eine einfache Vergangenheit („I ate“, „I was eating“ und „I used to eat“ gehen alle vom selben Grundverb aus), während das Französische zwei grammatisch verschiedene einfache bzw. zusammengesetzte Vergangenheitsformen hat, die nicht austauschbar sind. Eine falsche Wahl klingt nicht nur etwas seltsam — sie kann die beabsichtigte Aussage wirklich verändern.

Die gute Nachricht: Wie im Spanischen betrifft die Unterscheidung die Gestalt des Ereignisses in der Zeit und nicht zwei unabhängige Grammatiksysteme. Ist es ein begrenztes, abgeschlossenes Ereignis, als Ganzes betrachtet? Oder ist es der fortlaufende Hintergrund, vor dem etwas anderes geschah? Diese eine Grundfrage macht das System lernbarer, als es zunächst wirkt.

Regelmäßige Konjugation im imparfait

Das Imperfekt wird aus der nous-Form des Indikativ Präsens gebildet: Man streicht -ons und fügt einen einheitlichen Satz Endungen hinzu. Nur être hat einen unregelmäßigen Stamm (ét-); jedes andere Verb der Sprache, auch jedes unregelmäßige, bildet das imparfait vollständig vorhersehbar aus seiner eigenen nous-Form im Präsens.

Person-er: parler-ir: finir-re: vendreêtre (unregelmäßiger Stamm)
jeparlaisfinissaisvendaisétais
tuparlaisfinissaisvendaisétais
il/elle/onparlaitfinissaitvendaitétait
nousparlionsfinissionsvendionsétions
vousparliezfinissiezvendiezétiez
ils/ellesparlaientfinissaientvendaientétaient

Der Kernunterschied im direkten Vergleich

Frage, die die Zeitform beantwortetPassé composéImparfait
War es ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis mit klarer Grenze?Ja — berichtet das Ereignis als Ganzes, von außen betrachtet.Nein — beschreibt, was geschah oder wahr war, ohne Anfang oder Ende zu markieren.
Hinweis für die englische Übersetzung„tat“, „aß“, „ging“, „wurde geboren“, „geschah“„pflegte zu“, „war gerade dabei“, „würde [gewöhnlich]“
Gewohnheitsmäßige oder wiederholte Handlung in der VergangenheitNormalerweise nicht, außer die Wiederholung selbst wird als abgeschlossene, begrenzte Menge gezählt.Ja — die Standardform für „Ich pflegte zu ...“
Hintergrundbeschreibung, SzenenaufbauNeinJa — Wetter, Uhrzeit, Alter, andauernde Zustände, als etwas geschah
Eine Handlung wird von einer anderen unterbrochenDie unterbrechende HandlungDie bereits laufende Handlung
Emotionale oder geistige Zustände in der VergangenheitMarkiert eine bestimmte Reaktion zu einem bestimmten Zeitpunkt.Markiert ein allgemeines oder andauerndes Gefühl zu jener Zeit.

Ein ausgearbeitetes Beispiel: beide Zeiten in einem Absatz

Hier, il pleuvait quand je suis sorti de la maison. Je marchais tranquillement dans la rue quand j'ai vu un chien qui courait vers moi. J'avais peur, mais heureusement, il s'est arrêté et il a commencé à jouer avec moi. (Gestern regnete es, als ich das Haus verließ. Ich ging ruhig die Straße entlang, als ich einen Hund sah, der auf mich zulief. Ich hatte Angst, aber glücklicherweise blieb er stehen und begann, mit mir zu spielen.)

  • pleuvait (imparfait) — der anhaltende Wetterhintergrund, ohne markierten Anfang oder Schluss
  • suis sorti (passé composé) — ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis, der Moment des Hinausgehens
  • marchais (imparfait) — die fortlaufende Hintergrundhandlung, in der ich gerade war
  • ai vu (passé composé) — das unterbrechende Ereignis, der bestimmte Moment des Bemerkens
  • courait (imparfait) — beschreibt die Handlung des Hundes als bereits laufend, als ich sie bemerkte
  • avais peur (imparfait) — ein anhaltender Gefühlszustand, keine einzelne Reaktion
  • s'est arrêté / a commencé (beide passé composé) — zwei weitere einzelne, begrenzte Ereignisse, die die Erzählung voranbringen

Beachten Sie das Muster: Jedes Verb im imparfait dieses Absatzes kann mit „war gerade dabei“ oder „pflegte zu sein“ umschrieben werden, und jedes Verb im passé composé berichtet ein bestimmtes Ereignis, das geschah und abgeschlossen wurde. Dieser Übersetzungstest ist kein starres Gesetz, aber eine wirklich nützliche Faustregel für die große Mehrheit der Alltagssätze.

Verben, deren englische Übersetzung sich zwischen den zwei Zeiten ändert

Eine kleine bekannte Gruppe von Zustandsverben verändert ihre englische Übersetzung je nach verwendeter Vergangenheit. Das passé composé zwingt bei einem Verb, das normalerweise einen fortlaufenden Zustand beschreibt, die Lesart „Der Zustand begann oder endete in diesem Moment“ auf.

VerbBedeutung im imparfaitBedeutung im passé composé
savoirwusste (eine Tatsache)erfuhr/lernte
connaîtrekannte (war mit jemandem/etwas vertraut)traf zum ersten Mal
vouloirwollte (ein andauernder Wunsch)versuchte/beschloss (bejaht); weigerte sich (verneint: n'a pas voulu)
pouvoirkonnte (eine allgemeine Fähigkeit)schaffte es (bejaht); schaffte es nicht (verneint: n'a pas pu)
devoirsollte (eine anhaltende Pflicht)musste / muss wohl (eine bestimmte vergangene Notwendigkeit oder Schlussfolgerung)

Wie funktionieren plus-que-parfait, passé simple, futur und conditionnel?

Wenn passé composé und imparfait sicher sitzen, lässt sich der Rest des französischen Tempussystems meist auf eine kleinere Gruppe von Bausteinen zurückführen, die in neuen Kombinationen verwendet werden: ein Hilfsverb in einer neuen Zeit oder ein neuer Satz Endungen an einem bereits bekannten Stamm.

Plus-que-parfait: Was bereits geschehen war

Diese Zeit wird aus dem imparfait von avoir oder être plus Partizip Perfekt gebildet. Dabei gelten genau dieselben Regeln für avoir/être und die Übereinstimmung wie beim passé composé. Sie beschreibt eine Handlung, die vor einer anderen vergangenen Handlung oder einem vergangenen Bezugspunkt abgeschlossen war — genau wie das englische „had [Partizip Perfekt]“.

  • Quand je suis arrivé, elle était déjà partie. — Als ich ankam, war sie schon gegangen. (Ihr Weggehen geschah vor meinem Ankommen; beides liegt in der Vergangenheit.)
  • Je n'avais pas étudié avant l'examen. — Ich hatte vor der Prüfung nicht gelernt.
  • Il avait plu toute la nuit. — Es hatte die ganze Nacht geregnet.

Passé simple: literarisches und historisches Erzählen

Das passé simple ist eine einfache, nicht zusammengesetzte Vergangenheitszeit, die fast nur in formeller Literatur, Geschichtsbüchern und Märchen vorkommt. Im normalen Gespräch erscheint sie überhaupt nicht; dort hat das passé composé sie vollständig ersetzt. Beim Lesen sollte man sie erkennen können, besonders in der dritten Person. Sie selbst aktiv zu bilden, ist für Lernende aber kein praktisches Ziel.

VerbForm mit il/elleForm mit ils/elles
parleril parlails parlèrent
finiril finitils finirent
vendreil venditils vendirent
êtreil futils furent
avoiril eutils eurent
alleril allails allèrent
faireil fitils firent

Eine klassische Eröffnung wie il était une fois... (Es war einmal ...) beginnt zwar im imparfait. Die folgende Handlung — le prince partit, traversa la forêt et trouva le château (der Prinz brach auf, durchquerte den Wald und fand das Schloss) — ist aber genau der Bereich des passé simple: eine Folge einzelner abgeschlossener Erzählereignisse in formeller schriftlicher Erzählung. Es übernimmt in literarischen Registern die Aufgabe, die sonst überall das passé composé hat.

Futur proche oder futur simple

Das Französische hat zwei Arten, über die Zukunft zu sprechen. Ähnlich wie bei der spanischen Unterscheidung ir a und einfache Zukunft ist die Umschreibung im Alltag die häufigere Wahl in der gesprochenen Sprache.

Das futur proche (konjugiertes aller im Präsens + Infinitiv) ist im Gespräch die Standardform für alles Geplante, Beabsichtigte oder unmittelbar Erwartete: Je vais manger. (Ich werde essen.) Il va pleuvoir. (Es wird regnen.)

Das futur simple entsteht durch einen einheitlichen Satz Endungen direkt am Infinitiv; bei -re-Verben fällt das letzte -e weg. Es wirkt etwas formeller, ferner oder eher wie eine Vorhersage oder ein Versprechen als wie ein konkreter Plan.

PersonEndungparlerfinirvendre
je-aiparleraifiniraivendrai
tu-asparlerasfinirasvendras
il/elle/on-aparlerafiniravendra
nous-onsparleronsfinironsvendrons
vous-ezparlerezfinirezvendrez
ils/elles-ontparlerontfinirontvendront

Eine kurze Liste häufiger Verben verwendet im futur simple einen unregelmäßigen Stamm und — mit demselben Stamm — auch im folgenden conditionnel. Die regelmäßigen Endungen bleiben dabei erhalten:

InfinitivUnregelmäßiger StammFutur mit je
êtreser-je serai
avoiraur-j'aurai
allerir-j'irai
fairefer-je ferai
pouvoirpourr-je pourrai
vouloirvoudr-je voudrai
devoirdevr-je devrai
savoirsaur-je saurai
venirviendr-je viendrai
voirverr-je verrai
envoyerenverr-j'enverrai

Conditionnel présent und conditionnel passé

Das conditionnel présent verwendet genau denselben Stamm wie das futur simple, einschließlich der oben genannten unregelmäßigen Stämme. Es setzt aber die Endungen des imparfait anstelle der Futurendungen ein. Wer die unregelmäßigen Futurstämme einmal lernt, lernt damit praktisch kostenlos auch die Stämme des conditionnel.

  • Je voudrais un café. — Ich hätte gern einen Kaffee. (Die übliche höfliche Art, etwas zu bestellen oder zu erbitten, sanfter als je veux.)
  • Pourriez-vous m'aider? — Könnten Sie mir helfen? (eine abgeschwächte, höflichere Bitte als pouvez-vous)
  • Si j'avais le temps, je voyagerais plus. — Wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr reisen. (hypothetischer Folgesatz; vollständig im Abschnitt zu si-Sätzen weiter unten behandelt)

Das conditionnel passé entsteht aus dem conditionnel von avoir oder être plus Partizip Perfekt. Es folgt denselben Regeln für Hilfsverb und Übereinstimmung wie jede andere zusammengesetzte Zeit und drückt aus, was unter einer anderen vergangenen Bedingung geschehen wäre: J'aurais aimé venir, mais je travaillais. (Ich wäre gern gekommen, aber ich arbeitete.) Si j'avais su, je serais venu(e). (Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen.)

Der französische subjonctif: Bildung und unregelmäßige Stämme

Atmen Sie vor diesem Abschnitt einmal durch: Der subjonctif ist mit großem Abstand das schwierigste einzelne Grammatiksystem für englischsprachige Französischlernende. Der Grund ist derselbe, aus dem auch der spanische Konjunktiv schwer ist: Er ist keine Zeit, sondern ein Modus — eine völlig andere Art, dasselbe Verb zu konjugieren. Sie hängt davon ab, ob der Satz eine Tatsache aussagt (der Indikativ, alles bisher Behandelte) oder etwas anderes tut: einen Wunsch, Zweifel, ein Gefühl, eine Notwendigkeit oder einen über ein anderes Verb vermittelten Befehl ausdrückt. Das Englische markiert diesen Unterschied so schwach („I hope she comes“ wirkt kaum anders als „she comes every day“), dass die meisten englischsprachigen Menschen die Kategorie nie bewusst bemerkt haben. Deshalb liefert eine Wort-für-Wort-Übersetzung aus dem Englischen fast kein Signal dafür, wann das Französische diesen Modus verlangt.

Die Endungen selbst lassen sich wirklich an einem Nachmittag lernen. Schwierig ist es, noch vor dem Verb die Struktur des eigenen Satzes zu erkennen: Ist es Tatsache, oder Wunsch, Zweifel, Gefühl, Notwendigkeit? Dieses Urteil wird erst durch viele Begegnungen mit dem Muster in echten Sätzen zum Reflex, nicht indem man im Gespräch bewusst eine Checkliste abarbeitet. Dieser Abschnitt erklärt die Regel dennoch vollständig, denn die Struktur muss irgendwoher kommen, und eine solide Regel ist das Gerüst, auf dem spätere Erfahrung echte Reflexe aufbaut.

Subjonctif présent: regelmäßige Bildung

Nehmen Sie die ils/elles-Form des Indikativ Präsens, streichen Sie -ent und fügen Sie für die Reihen je/tu/il/ils die Konjunktivendungen -e, -es, -e, -ent an. Die Reihen nous und vous haben bei der großen Mehrheit der Verben genau dieselbe Form wie die nous/vous-Formen des Indikativ Imperfekt.

Person-er: parler-ir: finir-re: vendre
que jeparlefinissevende
que tuparlesfinissesvendes
qu'il/elle/onparlefinissevende
que nousparlionsfinissionsvendions
que vousparliezfinissiezvendiez
qu'ils/ellesparlentfinissentvendent

Der Konjunktiv wird stets mit que angegeben, da er als Verb eines Hauptsatzes praktisch nie allein steht. Er lebt in einem Nebensatz, der durch que eingeleitet wird — oder bei einigen unten behandelten Konjunktionen durch eine auf que aufgebaute Wendung.

Verben mit zwei Stämmen: wenn nous/vous von je/tu/il/ils abweichen

Jedes Verb, dessen Indikativ Präsens bereits zwei Stämme trennt — einen für je/tu/il/ils und einen anderen für nous/vous — übernimmt diese Trennung direkt in den Konjunktiv. Die Konjunktivreihen je/tu/il/ils werden aus dem ils-Stamm gebildet; nous/vous dagegen aus dem Imperfekt, das selbst auf der Präsensform mit nous beruht.

InfinitivStamm je/tu/il/ilsStamm nous/vousBeispiel
boire (trinken)boiv-buv-que je boive, que nous buvions
venir (kommen)vienn-ven-que je vienne, que nous venions
devoir (müssen)doiv-dev-que je doive, que nous devions
prendre (nehmen)prenn-pren-que je prenne, que nous prenions
vouloir (wollen)veuill-voul-que je veuille, que nous voulions

Vollständig unregelmäßige Konjunktivstämme

Eine kurze Liste äußerst häufiger Verben gibt die Regel „ils-Form kürzen“ ganz auf und verwendet einen eigenen unregelmäßigen Konjunktivstamm. Diese Formen müssen als eigene kleine geschlossene Gruppe gelernt werden.

Infinitivque jeque tuqu'il/elleque nousque vousqu'ils/elles
êtresoissoissoitsoyonssoyezsoient
avoiraieaiesaitayonsayezaient
allerailleaillesailleallionsalliezaillent
fairefassefassesfassefassionsfassiezfassent
pouvoirpuissepuissespuissepuissionspuissiezpuissent
savoirsachesachessachesachionssachiezsachent

Être und avoir verdienen hier besondere Aufmerksamkeit, denn ihre Konjunktivformen (sois, soit, soyons ... aie, ait, ayons ...) bilden das als Nächstes behandelte subjonctif passé, so wie ihre Indikativformen das passé composé bilden.

Subjonctif passé

Diese Form wird genau wie das passé composé gebildet, aber mit dem Hilfsverb im Konjunktiv statt im Indikativ: avoir oder être (Konjunktiv) + Partizip Perfekt; es gelten dieselben bereits behandelten Regeln der Übereinstimmung. Sie markiert eine Handlung, die aus der Perspektive des Hauptsatzes bereits abgeschlossen ist.

  • Je suis content que tu aies réussi. — Ich freue mich, dass du bestanden/Erfolg gehabt hast. (Der Erfolg ist bereits abgeschlossen, der Hauptsatz „Ich freue mich“ steht aber im Präsens.)
  • Il est possible qu'elle soit déjà partie. — Es ist möglich, dass sie schon weggegangen ist.
  • Je doute qu'ils aient fini. — Ich bezweifle, dass sie fertig geworden sind.

Warum das imparfait du subjonctif nur literarisch ist

Die klassische französische Grammatik hat außerdem ein imparfait du subjonctif und ein plus-que-parfait du subjonctif. Historisch dienten sie der Zeitenfolge, wenn der Hauptsatz in einer Vergangenheit stand. In der Praxis hat das moderne Französisch — gesprochen und geschrieben, außerhalb sehr formeller Literatur — beide Formen fast vollständig aufgegeben. Stattdessen werden présent und passé subjonctif unabhängig von der Zeitform des Hauptsatzes wiederverwendet. Il fallait qu'il vînt (literarisch: Es war nötig, dass er kam) lautet heute in jedem gewöhnlichen Register einfach il fallait qu'il vienne und verwendet den normalen Konjunktiv Präsens. Es lohnt sich, Formen wie qu'il vînt, qu'elle fût oder qu'il eût fini in älterer Literatur erkennen zu können. Es lohnt sich nicht, Zeit in ihre aktive Bildung zu investieren, denn sie würden im heutigen Alltagsgespräch nicht nur formell, sondern leicht archaisch klingen.

Der französische subjonctif: Wann verwendet man ihn tatsächlich?

Alle folgenden Kategorien haben dieselbe Grundstruktur: ein Hauptsatz, dann que (oder eine auf que basierende Konjunktion), dann ein Nebensatz, dessen Verb im Konjunktiv steht, weil der Hauptsatz nicht einfach eine Tatsache behauptet.

Wille: Jemand anderes soll etwas tun

  • Je veux qu'il parte. — Ich möchte, dass er geht. (Französisch kann nicht „je veux qu'il part“ sagen: Der Indikativ würde einfach behaupten, dass er geht, statt einen Wunsch danach auszudrücken.)
  • Elle souhaite que nous soyons heureux. — Sie wünscht, dass wir glücklich sind.
  • Il préfère que tu restes. — Er möchte lieber, dass du bleibst.

Dieser Auslöser gilt nur, wenn die wünschende Person und die gewünschte Handlung verschiedene Subjekte haben. Bei demselben Subjekt verwendet das Französische stattdessen den einfachen Infinitiv, ganz ohne que-Satz: Je veux partir (Ich möchte gehen — gleiches Subjekt, Infinitiv) gegenüber Je veux qu'il parte (Ich möchte, dass er geht — verschiedene Subjekte, Konjunktiv).

Gefühl

  • Je suis content que tu sois là. — Ich freue mich, dass du da bist.
  • Elle a peur qu'il pleuve. — Sie hat Angst, dass es regnen wird.
  • Nous regrettons qu'ils ne puissent pas venir. — Es tut uns leid, dass sie nicht kommen können.

Auch hier gilt die Bedingung unterschiedlicher Subjekte: je suis content d'être ici (Ich freue mich, hier zu sein — gleiches Subjekt, Infinitiv) gegenüber je suis content que tu sois ici (Ich freue mich, dass du hier bist — verschiedene Subjekte, Konjunktiv).

Zweifel und Verneinung gegenüber Gewissheit

Diese Auslösergruppe durchbricht am zuverlässigsten eine Strategie, nur nach Schlüsselwörtern zu suchen: Ein einziges Wort — die Verneinung — kann den Modus vollständig umschalten.

Indikativ (behauptet Gewissheit)Konjunktiv (verneint oder bezweifelt Gewissheit)
Je crois qu'il a raison. (Ich glaube, dass er recht hat.)Je ne crois pas qu'il ait raison. (Ich glaube nicht, dass er recht hat.)
Il est vrai qu'elle vient. (Es stimmt, dass sie kommt.)Il n'est pas vrai qu'elle vienne. (Es stimmt nicht, dass sie kommt.)
Je suis sûr qu'il viendra. (Ich bin sicher, dass er kommen wird.)Je doute qu'il vienne. (Ich bezweifle, dass er kommen wird.)

Man kann nicht allein das Muster je crois que erkennen und dann den Modus wählen. Entscheidend ist, ob der ganze Satz Gewissheit behauptet oder verneint. Die Verneinung eines Glaubensverbs führt den folgenden Satz fast immer in den Konjunktiv.

Notwendigkeit und unpersönliche Ausdrücke

  • Il faut que tu partes. — Du musst gehen. (wörtlich „Es ist nötig, dass du gehst“; il faut que ist einer der häufigsten Konjunktiv-Auslöser im alltäglichen Französisch.)
  • Il est important que vous compreniez. — Es ist wichtig, dass Sie verstehen.
  • Il est possible qu'il pleuve. — Es ist möglich, dass es regnen wird.

Wie bei den Glaubensverben oben verlangen unpersönliche Ausdrücke bloßer Gewissheit den Indikativ, nicht den Konjunktiv: Sie behaupten eine Tatsache statt ein Urteil oder eine Möglichkeit. Il est certain qu'il viendra (Es ist sicher, dass er kommen wird — Indikativ) gegenüber il est possible qu'il vienne (Es ist möglich, dass er kommt — Konjunktiv).

Konjunktionen, die immer den Konjunktiv auslösen

KonjunktionBedeutungBeispiel
bien que / quoiqueobwohlBien qu'il soit fatigué, il travaille. (Obwohl er müde ist, arbeitet er.)
pour que / afin quedamitJe t'explique pour que tu comprennes. (Ich erkläre es dir, damit du verstehst.)
avant quebevorAppelle-moi avant que tu partes. (Ruf mich an, bevor du gehst.)
à moins quees sei dennJe n'irai pas à moins que tu viennes. (Ich gehe nicht, es sei denn, du kommst.)
sans queohne dass jemand etwas tutIl est parti sans que je le sache. (Er ist gegangen, ohne dass ich es wusste.)
jusqu'à ce quebisAttends jusqu'à ce qu'il arrive. (Warte, bis er ankommt.)
de peur queaus Angst, dassElle chuchote de peur qu'on l'entende. (Sie flüstert aus Angst, dass man sie hört.)

Anders als die Konjunktionen vom Typ cuando im Spanischen, die je nachdem zwischen Indikativ und Konjunktiv wechseln, ob das Ereignis schon eingetreten ist, verlangen die Ausdrücke dieser französischen Liste unbedingt den Konjunktiv. Es gibt keine faktenbehauptende Indikativ-Version von avant que oder bien que.

Superlative und Relativsätze über etwas Ungewisses

Wenn ein Relativsatz eine Person oder Sache beschreibt, deren Existenz oder Identität unbekannt ist, die erhofft wird oder Gegenstand einer superlativischen Behauptung ist, steht sein Verb im Konjunktiv. Man kann keine Tatsache über etwas schlicht behaupten, von dessen Existenz man nicht sicher ist, oder über ein absolutes „bestes/einziges“ Urteil, das man nicht vollständig beglaubigt.

  • Je cherche un appartement qui soit pas cher. — Ich suche eine Wohnung, die nicht teuer ist. (Sie ist noch nicht bestimmt und existiert möglicherweise nicht.)
  • C'est la seule personne qui puisse m'aider. — Sie ist die einzige Person, die mir helfen kann. (eine absolute Behauptung vom Superlativtyp)
  • C'est le meilleur film que j'aie jamais vu. — Das ist der beste Film, den ich je gesehen habe. (Superlativ + Konjunktiv ist die Standardverbindung.)

Vergleichen Sie einen bekannten, bestimmten Bezug, der im Indikativ bleibt: J'ai un appartement qui est pas cher (Ich habe eine Wohnung, die nicht teuer ist — eine konkrete, echte, bereits bestimmte Wohnung).

Der französische Imperativ: Wie funktionieren Befehle?

Eine gute Nachricht zuerst: Der Imperativ übernimmt größtenteils Formen, die Sie schon aus dem Präsens kennen. Es gibt nur eine kleine, gut lernbare Gruppe neuer Punkte: Das Subjektpronomen fällt weg, bei bestimmten tu-Formen wird ein Buchstabe gestrichen, und es gibt eine kurze Liste unregelmäßiger Formen.

Den Imperativ bilden

Nehmen Sie die Form mit tu, nous oder vous im Indikativ Präsens und lassen Sie einfach das Subjektpronomen weg. Eine Anpassung gibt es: Bei -er-Verben (und bei -ir-Verben, die sich im Präsens wie -er-Verben konjugieren, etwa ouvrir) verliert die tu-Form im Imperativ ihr abschließendes -s.

Person-er: parler-ir: finir-re: vendre
tuparle (nicht parles)finisvends
nousparlonsfinissonsvendons
vousparlezfinissezvendez

Aller folgt derselben Kürzung wie ein -er-Verb: va, nicht vas. Eine Ausnahme ist die feste Wendung vas-y (Los!/Mach nur!), in der das -s nur zurückkehrt, um den Zusammenstoß zweier Vokale vor y zu vermeiden. Das ist dieselbe lautliche Motivation wie bei der Liaison im Allgemeinen.

Unregelmäßige Imperative

Infinitivtunousvous
êtresoissoyonssoyez
avoiraieayonsayez
savoirsachesachonssachez
vouloirveuille (selten)veuillons (selten)veuillez (häufig)

Veuillez verdient besondere Beachtung: Allein verwendet ist es die übliche alltägliche Form für „bitte“ in formeller Schriftsprache — veuillez patienter (bitte warten Sie), veuillez trouver ci-joint (bitte finden Sie beigefügt). Die Formen mit tu und nous desselben unregelmäßigen Imperativs sind dagegen in der Praxis wirklich selten.

Anhängung von Pronomen und der Wechsel moi/toi

Wie bereits im Abschnitt zu Pronomen angekündigt, werden Objekt- und Reflexivpronomen mit Bindestrich direkt an einen bejahten Befehl angehängt. Vor einem verneinten Befehl stehen sie als gewöhnliche getrennte Wörter. Insbesondere wechseln me/te nur in dieser angehängten bejahten Stellung zu den Betonungsformen moi/toi.

  • Regarde-moi. — Sieh mich an. (me → moi, angehängt)
  • Ne me regarde pas. — Sieh mich nicht an. (moi wird vorn in der Verneinung wieder zu me)
  • Assieds-toi. — Setz dich hin. (te → toi, angehängtes Reflexivpronomen)
  • Ne t'assieds pas. — Setz dich nicht hin. (toi wird vorn in der Verneinung wieder zu t')
  • Donne-m'en. — Gib mir etwas davon. (moi + en wird zu m'en elidiert, statt als zwei getrennte Vokale zu stehen)
  • Va-t'en! — Geh weg! (der reflexive Ausdruck s'en aller; im Imperativ wird te + en zu t'en elidiert)

Wie funktioniert die französische Verneinung? Ne...pas und die übrige Familie

Die französische Verneinung beruht auf einem zweiteiligen Rahmen: ein Wort vor dem Verb und ein Wort danach. Das ist im Vergleich mit anderen romanischen Sprachen ein besonders auffälliges Merkmal der französischen Grammatik. Während das Spanische nur no braucht, setzt das Standardfranzösisch das Verb zwischen ne und ein zweites Verneinungswort.

Grundverneinung: ne...pas

Der Standardrahmen setzt ne unmittelbar vor das konjugierte Verb (vor einem Vokal zu n' elidiert) und pas direkt danach:

  • Je ne parle pas anglais. — Ich spreche kein Englisch.
  • Elle n'aime pas le café. — Sie mag keinen Kaffee.
  • Je n'ai pas mangé. — Ich habe nicht gegessen. (In einer zusammengesetzten Zeit umschließt ne...pas das Hilfsverb, nicht die ganze Verbgruppe: ne + ai + pas + mangé.)
  • Ne pas fumer. — Rauchen verboten. (Vor einem Infinitiv bleiben ne pas als Einheit direkt davor — die Standardformulierung auf Schildern.)

Die Verneinungsfamilie

RahmenBedeutungBeispiel
ne...jamaisnieJe ne mange jamais de viande. (Ich esse nie Fleisch.)
ne...plusnicht mehrIl ne fume plus. (Er raucht nicht mehr.)
ne...riennichtsJe ne vois rien. (Ich sehe nichts.)
ne...personneniemandJe ne vois personne. (Ich sehe niemanden.)
ne...aucun(e)kein/keine (stimmt mit dem Substantiv überein)Je n'ai aucune idée. (Ich habe keine Ahnung.)
ne...quenur (einschränkend, nicht wirklich negativ)Je n'ai que deux euros. (Ich habe nur zwei Euro.)
ne...ni...niweder...nochJe n'aime ni le thé ni le café. (Ich mag weder Tee noch Kaffee.)

Stellung bei zusammengesetzten Zeiten und Infinitiven

Die meisten Formen dieser Familie umschließen in einer zusammengesetzten Zeit eng das Hilfsverb, genau wie ne...pas. Personne, aucun und meistens que verhalten sich jedoch anders: Sie stehen nach dem Partizip Perfekt, statt davor eingefügt zu werden.

MusterStellung in der zusammengesetzten ZeitBeispiel
ne...pas / jamais / plus / rienumschließt das Hilfsverb: ne + Hilfsverb + pas/jamais/plus/rien + PartizipJe n'ai rien vu. (Ich habe nichts gesehen.)
ne...personne / aucunumschließt die ganze Verbgruppe: ne + Hilfsverb + Partizip + personne/aucunJe n'ai vu personne. (Ich habe niemanden gesehen.)

Diesen Gegensatz — je n'ai rien vu gegenüber je n'ai vu personne — sollte man gezielt üben. Die zwei Verneinungswörter sehen grammatisch parallel aus (beide bedeuten ungefähr „nichts“/„niemand“), stehen aber an unterschiedlichen Stellen zum Partizip. Für personne automatisch das Muster von rien zu verwenden, ist ein häufiger, naheliegender Fehler.

Das ausgelassene ne in der gesprochenen Sprache

Im lockeren, schnellen gesprochenen Französisch fällt ne sehr oft ganz weg. Dann trägt pas (oder jamais, rien, plus...) die gesamte Verneinung allein: je sais pas statt je ne sais pas, c'est pas vrai statt ce n'est pas vrai. Das ist ein völlig normales, weit verbreitetes Merkmal des Alltagsfranzösischen, keine Nachlässigkeit und kein Fehler. In der Schrift sowie in formeller oder sorgfältiger Rede wird es aber im Allgemeinen vermieden; dort bleibt der volle Rahmen ne...pas Standard.

Ne explétif: ein nicht verneinendes ne

Eine gesonderte, eher literarische Verwendung von ne hat überhaupt keine verneinende Bedeutung. Sie erscheint nach bestimmten Verben und Konjunktionen, die Furcht, Zweifel oder Vergleich ausdrücken, darunter einige der bereits behandelten Konjunktiv-Auslöser. Dieses ne explétif ist optional, gewissermaßen schmückend, und ohne Vorwissen leicht als echte Verneinung zu missverstehen.

  • Je crains qu'il ne vienne. — Ich fürchte, dass er kommt (nicht, dass er nicht kommt — der Satz äußert die Befürchtung, dass er tatsächlich kommt; ohne pas liegt keine echte Verneinung vor).
  • Elle a peur qu'il ne pleuve. — Sie hat Angst, dass es regnen wird.
  • Il est plus grand que tu ne penses. — Er ist größer, als du denkst (ein Vergleich, ebenfalls ohne verneinende Bedeutung).

Das ist eine wirklich formelle, literarisch geprägte Verwendung. Sie ist im sorgfältigen geschriebenen Französisch verbreitet und selbst dort weitgehend optional; ihr Weglassen verändert nie die grammatische Korrektheit eines Satzes, sondern nur sein Register.

Wie stellt man Fragen auf Französisch?

Das Französische bietet drei wirklich unterschiedliche Wege, eine Aussage in eine Ja/Nein-Frage zu verwandeln. Anders als im Spanischen, wo sich die Wortstellung kaum ändern muss, verlangt die formellste französische Möglichkeit eine echte grammatische Operation: die Inversion von Subjekt und Verb. Im lockeren Englischen gibt es dafür überhaupt kein produktives Muster.

Drei Arten, eine Ja/Nein-Frage zu stellen

MethodeRegisterBeispiel
Nur steigende Intonation, gleiche Wortstellung wie in einer AussageLockeres gesprochenes AlltagsfranzösischTu viens? (Kommst du?)
Est-ce que + normale Wortstellung einer AussageNeutral — in fast jedem gesprochenen oder geschriebenen Register sicherEst-ce que tu viens? (Kommst du?)
Inversion von Subjekt und VerbFormelles, geschriebenes oder sorgfältig gesprochenes FranzösischViens-tu? (Kommst du?)

Für Lernende ist est-ce que die nützlichste Standardwahl: Sie ist in praktisch jedem Kontext grammatisch korrekt, verlangt keine Wortstellungsakrobatik und wird überall in der Frankophonie sofort verstanden. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler verwenden im lockeren Gespräch trotzdem ständig die reine Intonation.

Einschub von -t- bei der Inversion

Wird ein Verb, das auf einen Vokallaut endet, mit dem Subjekt il, elle oder on invertiert, fügt das Französische ein zusätzliches -t- dazwischen ein. Es verhindert nur den Zusammenstoß zweier Vokallaute und ist ein kleiner lautlicher Verwandter der Liaison.

  • Parle-t-il français? — Spricht er Französisch? (parle endet auf einen Vokallaut; -t- wird eingefügt.)
  • Va-t-elle au marché? — Geht sie zum Markt?
  • A-t-on le temps? — Haben wir/hat man Zeit?
  • Vend-il sa voiture? — Verkauft er sein Auto? (Kein -t- nötig — vend endet bereits auf einem ausgesprochenen Konsonanten.)

Fragewörter

FranzösischDeutschBeispiel
quiwerQui est là? (Wer ist da?)
que / quoiwasQue fais-tu? / Tu fais quoi? (Was machst du?)
oùwoOù habites-tu? (Wo wohnst du?)
quandwannQuand pars-tu? (Wann gehst du los?)
commentwieComment ça va? (Wie geht es dir?)
pourquoiwarumPourquoi pleures-tu? (Warum weinst du?)
combienwie viel/wie vieleCombien ça coûte? (Wie viel kostet das?)
quel/quelle/quels/quelleswelcher/welche/welches (stimmt mit dem Substantiv überein)Quelle heure est-il? (Wie spät ist es?)

Qu'est-ce qui oder qu'est-ce que

Beide bedeuten auf Deutsch „was“. Die Wahl hängt allein von der grammatischen Rolle ab, die „was“ im eigenen Satz spielt. Das ist eine echte Regel, keine freie Variation. Sie verwirrt Lernende aus demselben Grund wie die parallele Unterscheidung qué/cuál im Spanischen: Das englische „what“ markiert diesen Unterschied überhaupt nicht.

  • Qu'est-ce qui — „was“ ist das Subjekt des Satzes: Qu'est-ce qui se passe? (Was passiert? — „was“ führt das Geschehen aus.)
  • Qu'est-ce que — „was“ ist das Objekt des Satzes: Qu'est-ce que tu fais? (Was machst du? — „was“ wird getan, tu tut es.)

Dieselbe Subjekt-/Objektlogik gilt für „wer“, wobei qui für beides verwendet wird, aber in paralleler Struktur: qui est-ce qui für „wer“ als Subjekt (Qui est-ce qui a fait ça?, Wer hat das gemacht?) und qui est-ce que für „wen“ als Objekt (Qui est-ce que tu as vu?, Wen hast du gesehen?).

Französische Präpositionen: à, de und Verben, die sie verlangen

Präpositionen sind einer der unscheinbaren Bereiche, in denen Französisch und Deutsch einfach unterschiedliche kleine Wörter an derselben Stelle verwenden. Wie im Spanischen stabilisiert sich dieser Bereich bei den meisten Lernenden selbst auf fortgeschrittenem Niveau erst spät vollständig. Das ist kein persönlicher Mangel: Präpositionen widersetzen sich in jedem Sprachenpaar dem Lernen durch Regeln stärker als fast alles andere in der Grammatik.

Die wichtigsten Präpositionen

PräpositionKernbedeutung(en)Beispiel
àzu, an, in (Richtung, Zeit, Ort); markiert auch ein indirektes ObjektJe vais à Paris. (Ich fahre nach Paris.) Je parle à mon ami. (Ich spreche mit meinem Freund.)
devon, aus, über; Besitz; MaterialElle vient de France. (Sie kommt aus Frankreich.) Le livre de Marie. (Maries Buch.)
enin, mit (Verkehrsmittel, Material, Zeitspannen); außerdem das früher behandelte PronomenJe voyage en train. (Ich reise mit dem Zug.) C'est en bois. (Es ist aus Holz.)
dansin, innerhalb (räumliche Begrenzung); in [einer Zeitspanne ab jetzt]Le chat est dans la boîte. (Die Katze ist in der Schachtel.) Dans une heure. (In einer Stunde, ab jetzt.)
surauf, oben auf; über (Thema)Le livre est sur la table. (Das Buch liegt auf dem Tisch.)
sousunterLe chat est sous la table. (Die Katze ist unter dem Tisch.)
avecmitJe viens avec toi. (Ich komme mit dir.)
sansohneUn café sans sucre. (Ein Kaffee ohne Zucker.)
pourfür, um zuC'est pour toi. (Das ist für dich.)
chezbei/zu Hause bei; am Ort vonJe vais chez Marie. (Ich gehe zu Marie.)
depuisseit, seit langem (eine bis jetzt andauernde Zeitspanne)J'habite ici depuis 2015. (Ich wohne seit 2015 hier.)
pendantwährend, lang (abgeschlossene Zeitspanne)J'ai voyagé pendant deux mois. (Ich bin zwei Monate gereist.)

À oder de: die zentrale Bedeutungsunterscheidung

Ein verlässliches Denkmodell: à weist auf ein Ziel, einen Ort, einen Zeitpunkt oder den Empfänger einer Handlung; de weist zurück auf einen Ursprung, einen Besitzer oder ein Material. Je vais à l'école (Ich gehe zur Schule, à = Ziel) gegenüber je viens de l'école (Ich komme von der Schule, de = Ursprung). Le sac à main (die Handtasche, à = Zweck/Funktion: „Tasche für die Hand“) gegenüber le sac de Marie (Maries Tasche, de = Besitz). Dieses Denkmodell löst die meisten Alltagsfälle. Wie bei spanischem por/para gibt es jedoch feste Wendungen und Idiome auf beiden Seiten, die sich der Regel widersetzen und einfach so gelernt werden müssen.

Präpositionen bei Ländern und Städten

KategoriePräpositionBeispiel
Feminine Länder (die meisten Länder auf -e)enen France, en Chine, en Italie
Maskuline Länderauau Japon, au Canada, au Portugal
Länder im Pluralauxaux États-Unis, aux Pays-Bas
Städte (fast immer ganz ohne Artikel)àà Paris, à Tokyo, à Dakar

Einige Städte sind Ausnahmen, weil sie einen festen Artikel als Teil ihres Namens tragen; dieser verschmilzt dann wie gewöhnlich. Le Havre und La Haye (Den Haag) verhalten sich grammatisch wie normale Substantive mit Artikel: je vais au Havre (nach Le Havre, à + le → au), je viens du Havre (aus Le Havre, de + le → du). Sie folgen nicht dem einfachen Muster „à + Stadt, ohne Artikel“.

Verben, die vor einem Infinitiv à oder de verlangen

Wie Englisch „depend ON“ und „good AT“ mit einer bestimmten, willkürlichen Präposition verbindet, verlangen viele französische Verben à oder de vor einem folgenden Infinitiv. Oft stimmt keine davon mit der Präposition überein, die das „gleiche“ deutsche oder englische Verb verwenden würde.

Verb + à + InfinitivVerb + de + InfinitivVerb + bloßer Infinitiv (keine Präposition)
commencer à (anfangen zu)essayer de (versuchen zu)aimer (gern tun/lieben zu)
continuer à (weiterhin tun)décider de (beschließen zu)vouloir (wollen)
apprendre à (lernen zu)arrêter de (aufhören zu)pouvoir (können)
réussir à (es schaffen)oublier de (vergessen zu)devoir (müssen)
aider à (helfen zu)finir de (fertig werden mit)savoir (wissen, wie man)
hésiter à (zögern zu)empêcher de (hindern an)aller (im Begriff sein zu)
inviter à (einladen zu)rêver de (davon träumen zu)falloir (nötig sein, il faut)

Für diese Liste gibt es keine Abkürzung außer vielen Begegnungen damit, genau wie bei abhängigen Präpositionen im Spanischen. Die Präposition eines Verbs aus echten Beispielsätzen mitzunehmen, statt sie logisch herleiten zu wollen, ist der schnellste Weg durch diesen Teil der Sprache.

Relativpronomen: qui, que, dont, où und lequel

Relativpronomen verbinden einen Satz mit einem früher erwähnten Substantiv. Sie übernehmen die Aufgabe von deutschem „der/die/das“, „welcher“, „dessen“ oder „wo“. Französische Relativpronomen werden nach ihrer grammatischen Rolle im eigenen Satz gewählt — Subjekt, direktes Objekt, Objekt von de oder Objekt einer anderen Präposition — und nicht danach, ob das Bezugswort eine Person oder Sache ist. Das ist eine wirklich andere Ordnung als englisches „who“ gegenüber „which“.

Qui oder que: Subjekt oder direktes Objekt

Qui ist das Subjekt des eigenen Relativsatzes; que (vor Vokal zu qu' elidiert) ist das direkte Objekt. Beide funktionieren gleichermaßen für Personen und Sachen. Die Unterscheidung betrifft immer die grammatische Rolle, niemals Person gegenüber Sache, wie bei englischem „who“ gegenüber „which“.

  • La femme qui parle est ma sœur. — Die Frau, die spricht, ist meine Schwester. (qui = Subjekt von „parle“)
  • La femme que je vois est ma sœur. — Die Frau, die ich sehe, ist meine Schwester. (que = direktes Objekt von „vois“; „je“ ist das Subjekt.)
  • Le livre qui est sur la table... — Das Buch, das auf dem Tisch liegt ... (qui, Sache, Subjekt)
  • Le livre que je lis... — Das Buch, das ich lese ... (que, Sache, Objekt)

Anders als im Englischen, wo „that“ oft ganz wegfallen kann („the book I'm reading“), ist französisches que nie optional. Jeder Relativsatz braucht seinen Verbindungsausdruck ausdrücklich.

Dont: Ersatz für de + Substantiv

Dont deckt jeden Relativsatz ab, der auf de beruht: Besitz oder ein Verb/Adjektiv, das selbst de verlangt, etwa parler de (über etwas sprechen) oder avoir besoin de (etwas brauchen).

  • Le livre dont je parle est excellent. — Das Buch, über das ich spreche, ist ausgezeichnet. (parler de → dont)
  • La fille dont le père est médecin... — Das Mädchen, dessen Vater Arzt ist ... (Besitz — le père de la fille → dont)
  • C'est exactement ce dont j'ai besoin. — Das ist genau das, was ich brauche. (avoir besoin de → dont)

Où: Ort und auch Zeit

Où bezeichnet wie erwartet einen physischen Ort. Anders als das Englische, das hier „when“ verwendet, nutzt das Französische où aber auch für einen Zeitbezug in einem Relativsatz. Englischsprachige greifen instinktiv zu „when“ und müssen diesen Reflex erst wieder ablegen.

  • La ville où j'habite est petite. — Die Stadt, in der ich wohne, ist klein. (Ort)
  • Le jour où je suis né... — Der Tag, an dem ich geboren wurde ... (Zeit — hier nie quand, obwohl das Englische „when“ verwendet)

Lequel, auquel, duquel: Objekt einer Präposition

Nach einer Präposition außer de (wo stattdessen meist dont steht) verwendet das Französische ein Relativpronomen, das in Geschlecht und Zahl mit seinem Bezugswort übereinstimmt: lequel/laquelle/lesquels/lesquelles. Mit à und de verschmilzt es genau wie die Artikel le/les.

Einfache FormVerschmolzen mit àVerschmolzen mit de
Mask. Singularlequelauquelduquel
Fem. Singularlaquelleà laquelle (keine Verschmelzung)de laquelle (keine Verschmelzung)
Mask. Plurallesquelsauxquelsdesquels
Fem. Plurallesquellesauxquellesdesquelles

L'outil avec lequel je travaille... (Das Werkzeug, mit dem ich arbeite ...) La raison pour laquelle il est parti... (Der Grund, aus dem er gegangen ist ...) Le projet auquel je pense... (Das Projekt, an das ich denke ...). Bei Personen als Objekt einer Präposition bevorzugt das Französische meist einfaches qui statt lequel: la personne avec qui je travaille (die Person, mit der ich arbeite), normalerweise nicht avec laquelle. Die Formen von lequel bleiben bei Personen aber grammatisch korrekt, besonders in formeller Schrift.

Ce qui, ce que, ce dont: Bezug auf eine ganze Idee

Wenn „was“ sich auf eine ganze vorhergehende Idee oder Situation statt auf ein bestimmtes genanntes Substantiv mit Geschlecht bezieht, verwendet das Französische den unveränderlichen Rahmen ce qui (Subjekt), ce que (Objekt) oder ce dont (Objekt von de). Ein geschlechtsspezifisches Relativpronomen allein kommt nicht infrage, weil kein einzelnes Substantiv vorhanden ist, mit dem es übereinstimmen könnte.

  • Je ne comprends pas ce qui se passe. — Ich verstehe nicht, was passiert. (Subjektform)
  • Dis-moi ce que tu veux. — Sag mir, was du willst. (Objektform)
  • C'est exactement ce dont j'ai besoin. — Das ist genau das, was ich brauche. (de-Form; das Beispiel mit dont oben in der Form „ce dont“)

Ce que kann auch einen Satz eröffnen und bedeutet dann „das, was“: Ce que je veux, c'est la paix. (Was ich will, ist Frieden.)

Wie funktionieren französische si-Sätze (Konditionalsätze)?

Dieser Abschnitt führt mehrere bereits behandelte Systeme — futur simple, imparfait, plus-que-parfait und conditionnel — zu einer zusammenhängenden Struktur zusammen. Wenn diese Abschnitte sitzen, laufen si-Sätze vor allem darauf hinaus, sich zu merken, welche Zeit mit welchem „wenn“-Satz kombiniert wird, statt eine völlig neue Grammatik zu lernen.

Die drei Haupttypen auf einen Blick

TypZeit im si-SatzZeit im FolgesatzBedeutung
1. Real / wahrscheinlichPrésentPrésent, futur simple oder ImperativEine reale, offene Bedingung — tatsächlich möglich oder gewohnheitsmäßig
2. Hypothetisch / unwahrscheinlichImparfaitConditionnel présentDer gegenwärtigen Tatsache entgegengesetzt oder einfach unwahrscheinlich/hypothetisch
3. Vergangen und der Tatsache entgegengesetztPlus-que-parfaitConditionnel passéEine vergangene Bedingung, die NICHT eingetreten ist, und ihr mögliches Ergebnis

Typ 1: reale oder wahrscheinliche Bedingungen

  • Si tu as le temps, viens. — Wenn du Zeit hast, komm. (présent + Imperativ)
  • Si j'ai de l'argent, j'achète une voiture. — Wenn ich Geld habe, kaufe ich ein Auto. (ein gewohnheitsmäßiges Muster, présent + présent)
  • S'il pleut, je ne sors pas. — Wenn es regnet, gehe ich nicht aus.
  • Si tu étudies, tu réussiras. — Wenn du lernst, wirst du Erfolg haben. (die typischste Lehrbuchform: présent + futur simple)

Ein wichtiger Punkt, der gerade wegen der weiten Verbreitung des Konjunktivs im Französischen leicht falsch wird: Direkt nach si im Sinn von „wenn“ steht bei einer realen Bedingung nie der Konjunktiv — si tu as, niemals si tu aies. Das bedingende „wenn“ gehört zu den wenigen echten Sperrzonen des Konjunktivs.

Typ 2: hypothetische oder unwahrscheinliche Bedingungen

  • Si j'avais de l'argent, je voyagerais. — Wenn ich Geld hätte, würde ich reisen. (Tatsache: Ich habe zurzeit nicht genug Geld.)
  • Si j'étais toi, je démissionnerais. — Wenn ich du wäre, würde ich kündigen. (Der Tatsache entgegengesetzt: Ich bin nicht du.)
  • Si tu venais, je serais content. — Wenn du kämst, wäre ich froh.

Typ 3: vergangene Bedingungen, die der Tatsache widersprechen

  • Si j'avais su, je serais venu(e). — Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen. (Tatsache: Ich wusste es nicht und kam nicht.)
  • Si tu avais étudié, tu aurais réussi. — Wenn du gelernt hättest, hättest du Erfolg gehabt.
  • Si nous n'avions pas raté le train, nous serions arrivés à l'heure. — Wenn wir den Zug nicht verpasst hätten, wären wir rechtzeitig angekommen.

Gemischte Bedingungssätze

Eine vergangene Bedingung kann auch mit einem gegenwärtigen Ergebnis kombiniert werden. Dabei wird dieselbe Logik unabhängig auf jeden Satzteil angewendet, statt dass eine vierte feste Zeitkombination nötig wäre: Si j'avais étudié la médecine, je serais médecin maintenant. (Wenn ich Medizin studiert hätte, wäre ich jetzt Arzt/Ärztin. — plus-que-parfait im si-Satz, aber normales conditionnel présent, nicht conditionnel passé, im Ergebnis, weil dieses die Gegenwart beschreibt.)

Si bedeutet auch „doch“ — aber nur in einem bestimmten Kontext

Ein kleiner Punkt, der echte Verwirrung stiftet: Das Französische hat zwei Wörter für „ja“. Oui ist die Standardantwort auf eine einfache, nicht verneinte Frage. Si wird speziell verwendet, um einer negativ formulierten Frage oder Aussage zu widersprechen — eine Unterscheidung, die deutsches „ja“ nicht macht. Tu n'aimes pas le café? — Si, j'aime bien! (Du magst keinen Kaffee? — Doch, ich mag ihn!) Eine Antwort auf dieselbe Frage mit einfachem oui klänge verwirrend oder sogar widersprüchlich, weil oui nach einer negativen Frage als Zustimmung zur Verneinung verstanden werden kann.

Das Passiv und warum das Französische es vermeidet

Das Französische kann einen Passivsatz genauso wie das Deutsche bilden. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler greifen aber viel seltener dazu, als englischsprachige Menschen das Passiv verwenden. Das Französische hat mehrere deutlich häufigere Alternativen. Sie zu kennen, lässt Ihr Französisch natürlich statt nur grammatisch korrekt klingen.

Das echte Passiv: être + Partizip Perfekt

Es wird mit einer Form von être plus Partizip Perfekt gebildet. Das Partizip stimmt in Geschlecht und Zahl mit dem Subjekt überein; der Handelnde kann optional mit par genannt werden:

  • La maison a été construite en 1990. — Das Haus wurde 1990 gebaut. (construite, Femininum Singular, stimmt mit la maison überein.)
  • Le livre a été écrit par Victor Hugo. — Das Buch wurde von Victor Hugo geschrieben. (Der Handelnde wird mit par genannt.)

Diese Konstruktion wirkt etwas formell oder journalistisch. Sie ist völlig korrekt und kommt in Nachrichten und amtlichen Dokumenten häufig vor, aber im alltäglichen gesprochenen Französisch deutlich seltener als das echte Passiv im alltäglichen gesprochenen Englisch.

Warum Französisch stattdessen on bevorzugt

Die bei weitem häufigste Alltagsalternative ist, den Satz aktiv mit dem unpersönlichen Subjekt on auszudrücken. Das entspricht genau der bereits im Abschnitt über Pronomen eingeführten Lösung. Wer etwas locker beschreibt, greift dazu viel häufiger als zum echten Passiv.

Echtes Passiv (korrekt, aber formell)Alltägliche aktive Entsprechung mit on
Le français est parlé ici.On parle français ici. (Hier spricht man Französisch.)
Ce livre est très lu.On lit beaucoup ce livre. (Dieses Buch wird viel gelesen.)
La réunion a été annulée.On a annulé la réunion. (Man hat die Besprechung abgesagt.)

Se faire + Infinitiv: wenn dem Subjekt etwas widerfährt

Se faire plus Infinitiv bildet einen passivähnlichen Satz, der besonders hervorhebt, dass das Subjekt von einer Handlung betroffen ist — oft von etwas Unglücklichem oder Unerwartetem. Die Konstruktion entspricht eng dem englischen „get + Partizip Perfekt“ („bestohlen werden“, „gefeuert werden“).

  • Il s'est fait voler son portefeuille. — Sein Portemonnaie wurde ihm gestohlen / Er wurde um sein Portemonnaie bestohlen.
  • Elle s'est fait renvoyer. — Sie wurde entlassen.
  • Nous nous sommes fait critiquer. — Wir wurden kritisiert.

Diese Konstruktion hat einen deutlich persönlicheren, stärker beteiligten Ton als das neutrale formelle être-Passiv. Sie ist die natürliche Wahl, wenn es im Satz darum geht, wie das Ereignis das Subjekt getroffen hat, nicht nur um einen neutralen Bericht dessen, was geschehen ist.

Pronominales Passiv

Eine dritte Alternative verwendet das reflexive se, um auszudrücken, wie etwas im Allgemeinen gemacht, verkauft, gesagt oder wahrgenommen wird. Das ist ein unpersönlicher, allgemeiner Gebrauch, der dem im Spanischen behandelten unpersönlichen se und dem französischen on selbst eng verwandt ist.

  • Ça se dit. — Das sagt man. / Das ist eine echte Wendung.
  • Ça ne se fait pas. — Das macht man nicht. / Das gehört sich nicht.
  • Ce vin se boit frais. — Diesen Wein trinkt man gekühlt / er sollte gekühlt serviert werden.
  • Le français se parle dans plusieurs pays. — Französisch wird in mehreren Ländern gesprochen.

Wie funktioniert die indirekte Rede auf Französisch?

Die indirekte Rede fügt die ursprünglichen Worte einer Person mit que in den eigenen Satz ein. Genau wie das Englische die Zeiten beim Berichten über Vergangenes zurückverschiebt, verschiebt auch das Französische die Zeiten nach einem wirklich parallelen, gut lernbaren Muster, sobald das einleitende Verb selbst in einer vergangenen Zeit steht.

Direkte und indirekte Rede

  • Direkt: Marie dit: "Je suis fatiguée." — Marie sagt: „Ich bin müde.“
  • Indirekt (einleitendes Verb im Präsens, keine Verschiebung nötig): Marie dit qu'elle est fatiguée. — Marie sagt, dass sie müde ist.
  • Indirekt (einleitendes Verb in der Vergangenheit, Zeit wird zurückverschoben): Marie a dit qu'elle était fatiguée. — Marie sagte, dass sie müde war.

Das Muster der Zeitenverschiebung

Ursprüngliche Zeit (direkt)Wird zu (indirekt, einleitendes Verb in der Vergangenheit)Beispiel
PrésentImparfait„Je travaille.“ → Il a dit qu'il travaillait. (Er sagte, dass er arbeitete.)
Passé composéPlus-que-parfait„J'ai fini.“ → Elle a dit qu'elle avait fini. (Sie sagte, dass sie fertig geworden war.)
Futur simpleConditionnel présent„J'irai.“ → Il a dit qu'il irait. (Er sagte, dass er gehen würde.)
Impératif (ein Befehl)de + infinitif„Viens!“ → Il m'a dit de venir. (Er sagte mir, ich solle kommen.)

Die letzte Zeile ist ein besonders nützlicher französischer Punkt, weil man aus dem Spanischen oder aus der Betonung des Konjunktivs in diesem Leitfaden leicht zu viel verallgemeinern kann: Wiedergegebene Befehle laufen im Französischen über de + Infinitiv, nicht über den Konjunktiv. Dis-lui de partir (Sag ihm, er soll gehen), Elle m'a demandé de l'aider (Sie bat mich, ihr zu helfen) — der Konjunktiv spielt hier überhaupt keine Rolle.

Steht das einleitende Verb im Präsens, weil das Gesagte jetzt noch relevant ist, braucht es keine Zeitenverschiebung. Die ursprüngliche Zeit bleibt unverändert: Marie dit qu'elle est fatiguée behält das Präsens est, weil dit selbst im Präsens steht.

Verschiebungen bei Pronomen und Zeitwörtern

Neben der Verbzeit verschiebt die indirekte Rede auch Bezüge auf Zeit und Ort, damit sie zum neuen Zeitpunkt des Sprechens passen. Das ist genau dieselbe Anpassung, die das Deutsche und Englische beim Wiedererzählen am nächsten Tag vornehmen.

DirektIndirekt (verschoben)
aujourd'hui (heute)ce jour-là (an jenem Tag)
demain (morgen)le lendemain (am nächsten Tag)
hier (gestern)la veille (am Tag zuvor)
ici (hier)là (dort)
maintenant (jetzt)à ce moment-là (in diesem Moment)

Indirekte Fragen

Wiedergegebene Ja/Nein-Fragen verwenden si (ob) statt que und lassen Fragezeichen sowie jede Inversion der ursprünglichen Frage weg: "Tu viens?" wird zu Il m'a demandé si je venais. (Er fragte mich, ob ich käme.) Wiedergegebene Fragen mit „was“ übernehmen die Unterscheidung ce qui/ce que aus dem Abschnitt über Relativpronomen: "Qu'est-ce que tu veux?" wird zu Il m'a demandé ce que je voulais (Er fragte mich, was ich wollte), während "Qu'est-ce qui se passe?" zu Il m'a demandé ce qui se passait wird (Er fragte mich, was geschah). Jedes andere Fragewort (où, quand, pourquoi, comment...) bleibt unverändert stehen; nur die Zeit wird zurückverschoben und das Fragezeichen fällt weg: "Où vas-tu?" → Il m'a demandé où j'allais.

Wie funktionieren französische Komparative und Superlative?

Dieses System besteht größtenteils aus festen Formeln und einer kurzen, wertvollen Liste unregelmäßiger Formen — eine willkommene Pause nach dem Konjunktiv. Die Unterscheidung zwischen Adjektiv und Adverb bei den Unregelmäßigkeiten sollte man aber ernst nehmen, denn das Englische macht sie überhaupt nicht.

Vergleiche der Ungleichheit und Gleichheit

FormelVerwendungBeispiel
plus + Adjektiv/Adverb + quemehr ... alsElle est plus grande que moi. (Sie ist größer als ich.)
moins + Adjektiv/Adverb + queweniger ... alsCe livre est moins intéressant que l'autre. (Dieses Buch ist weniger interessant als das andere.)
aussi + Adjektiv/Adverb + queso ... wieIl est aussi grand que son père. (Er ist so groß wie sein Vater.)
autant de + Substantiv + queso viel/so viele ... wieJ'ai autant de livres que toi. (Ich habe so viele Bücher wie du.)
plus/moins de + Zahlmehr/weniger als [eine Zahl] — vor einer Zahl de, nicht queIl y a plus de vingt personnes. (Es gibt mehr als zwanzig Personen.)

Unregelmäßige Komparative: meilleur, mieux und pire

Englisches „better“ deckt sowohl ein Adjektiv („a better book“) als auch ein Adverb („she sings better“) mit demselben Wort ab. Daher wirkt dieses Paar für englischsprachige Menschen vielleicht überflüssig. Das Französische trennt die beiden aber streng; sie zu verwechseln ist ein echter auffälliger Fehler, keine stilistische Kleinigkeit.

GrundformKomparativWortart / was sie bestimmtBeispiel
bon (gut)meilleur (stimmt überein: meilleure, meilleurs, meilleures)Adjektiv — beschreibt ein SubstantivCe restaurant est meilleur. (Dieses Restaurant ist besser.)
bien (gut)mieux (unveränderlich)Adverb — beschreibt ein VerbElle chante mieux que moi. (Sie singt besser als ich.)
mauvais (schlecht)pire oder plus mauvaisAdjektiv — beschreibt ein SubstantivLa situation est pire qu'avant. (Die Situation ist schlimmer als vorher.)
mal (schlecht)plus mal (pis überlebt vor allem in festen Wendungen)Adverb — beschreibt ein VerbIl joue plus mal qu'avant. (Er spielt schlechter als vorher.)

Der zuverlässige Test: Wenn der deutsche oder englische Satz „besser/schlechter“ direkt vor einem Substantiv oder als eigenständige Beschreibung einer Sache verwenden kann, nehmen Sie meilleur und passen es an. Beschreibt das Wort dagegen, wie eine Handlung ausgeführt wird, also ein Verb, verwenden Sie das unveränderliche mieux. Pis ist heute weitgehend in wenigen festen Wendungen erstarrt, besonders tant pis (Pech gehabt/na ja) und de mal en pis (vom Schlechten zum Schlimmeren). Außerhalb solcher festen Ausdrücke hat plus mal seine Aufgabe in der Alltagssprache übernommen.

Superlative

Der Superlativ fügt einfach einen bestimmten Artikel vor die Komparativform. De führt die verglichene Gruppe ein, wo das Deutsche „in“ verwendet: C'est le plus grand bâtiment de la ville. (Das ist das höchste Gebäude der Stadt.) C'est la meilleure solution. (Das ist die beste Lösung.) C'est elle qui chante le mieux. (Sie ist diejenige, die am besten singt.)

Die Stellung folgt der normalen Stellungsregel des Adjektivs aus dem Abschnitt zu Adjektiven. Ein Adjektiv vom BAGS-Typ, das schon vor dem Substantiv steht, behält dort auch den Superlativ (le plus grand bâtiment). Ein Adjektiv, das normalerweise nach dem Substantiv steht, behält den Artikel zweimal: einmal vor dem Substantiv und einmal vor der Superlativgruppe: la ville la plus intéressante (die interessanteste Stadt), nie la plus intéressante ville.

Wie funktionieren französische Zahlen, und was hat es mit soixante-dix/quatre-vingt-dix auf sich?

Bis 69 sind französische Zahlen in Rechtschreibung und Aussprache völlig regelmäßig. Dann wechselt das Standardfranzösische, einzigartig unter den Sprachen, die englischsprachige Menschen meist lernen, für 70 bis 99 kurz zur Rechnung auf Zwanzigerbasis. Das ist ein echtes historisches Überbleibsel, das fast alle Lernenden beim ersten Kontakt überrascht.

Die Grundlagen

ZahlFranzösischZahlFranzösisch
0zéro10dix
1un/une11onze
2deux16seize
3trois20vingt
4quatre21vingt et un
5cinq30trente
6six40quarante
7sept50cinquante
8huit60soixante
9neuf100 / 1000cent / mille

Das Zwanziger-Überbleibsel: 70–99 im Standardfranzösischen

Statt wie bis 69 im Dezimalsystem weiterzuzählen, bildet das Standardfranzösisch 70–99 durch Rechnen mit 60 und 20. Das ist ein Rest eines viel älteren Zwanzigersystems, das das Französische ansonsten schon vor Jahrhunderten aufgegeben hat.

ZahlFranzösischWörtliche Rechnung
70soixante-dixsechzig-zehn (60+10)
71soixante et onzesechzig-und-elf (60+11)
75soixante-quinzesechzig-fünfzehn (60+15)
80quatre-vingtsvier-Zwanziger (4×20)
81quatre-vingt-unvier-zwanzig-eins (4×20+1 — kein „et“, anders als bei 21/31/41/51/61/71)
90quatre-vingt-dixvier-zwanzig-zehn (4×20+10)
99quatre-vingt-dix-neufvier-zwanzig-zehn-neun (4×20+19)

Beachten Sie, dass quatre-vingts ein Plural--s nur erhält, wenn es allein als runde Zahl steht. Sobald etwas folgt, fällt das -s weg: quatre-vingts (80), aber quatre-vingt-un (81), quatre-vingt-dix (90). Das -s der runden Zahl verschwindet also, sobald die Zahl nicht mehr genau ein alleinstehendes Vielfaches von zwanzig ist.

Septante, huitante/octante, nonante: die regionale Alternative

Belgien und die Schweiz umgehen diese Rechnung weitgehend. Sie verwenden einfache Dezimalformen, die direkt auf den lateinischen Zahlwurzeln beruhen. Das ist für Lernende wirklich einfacher und in den jeweiligen Regionen genauso standardsprachlich wie die Formen des französischen Mutterlands in Frankreich.

ZahlFrankreich & QuébecBelgienSchweiz (je nach Kanton)
70soixante-dixseptanteseptante
80quatre-vingtsquatre-vingtshuitante (Waadt, Wallis, Freiburg) oder quatre-vingts (Genf, Neuenburg, Jura)
90quatre-vingt-dixnonantenonante

Belgien zeigt gut, dass es nicht einfach eine Trennung „Frankreich gegen alle anderen“ gibt: Das belgische Französisch verwendet septante und nonante für 70 und 90, behält für 80 aber das französische quatre-vingts, statt ein schweizerisches huitante zu übernehmen. Keine dieser Formen ist „korrekter“ als eine andere. Sie sind einfach die Standard-Zählsysteme verschiedener frankophoner Regionen, die im Abschnitt zu regionaler Variation weiter unten ausführlicher behandelt werden.

Register und Anrede: tu oder vous, und wie formell sollte man sein?

Die richtige Stufe der Förmlichkeit im Französischen zu wählen, ist eine echte soziale Fähigkeit, nicht nur eine Grammatikregel. Ein Fehler in beide Richtungen sendet ein deutliches Signal: Zu formell kann gegenüber einer gut bekannten Person kühl oder seltsam distanziert wirken; zu informell kann gegenüber jemandem Unbekannten anmaßend oder sogar respektlos wirken.

Tu oder vous

PronomenVerwendung fürBeispielkontext
tuinformelles „du“ im SingularFamilie, Freunde, Kinder, Gleichaltrige, Tiere und — zunehmend unter jüngeren Sprechenden — lockere Situationen am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien
vousformelles „Sie“ im SingularFremde, ältere Personen, berufliche Situationen und Kundendienst, alle Personen, die man mit Titel/Nachnamen anredet
vous„ihr/Sie“ im Plural, jedes RegisterJede Gruppe aus zwei oder mehr Personen, unabhängig davon, wie gut man die Einzelnen kennt

Mit jemandem, den man bisher förmlich mit vous angesprochen hat, zu tu zu wechseln, heißt tutoiement und ist eine echte soziale Entscheidung. Manchmal wird sie sogar ausdrücklich ausgehandelt (on peut se tutoyer?, „Können wir uns duzen?“), nicht bloß eine grammatische Voreinstellung. Die Normen verändern sich zwischen Generationen: Jüngere französische Sprechende und Arbeitsplätze mit bewusst lockerer Kultur wechseln oft schneller zu tu, als ältere Normen erwarten lassen. Das variiert zudem nach Land: Das Französisch in Québec verwendet tu zum Beispiel in alltäglichen geschäftlichen Situationen etwas bereitwilliger als das Französisch Frankreichs.

Das Registerspektrum: soutenu, courant, familier, argot

RegisterKontextTypisches Merkmal
soutenu (formell/gehoben)Literatur, formelle Reden, amtliche SchriftImperfekt-Konjunktiv erscheint gelegentlich noch; Inversionsfragen; ne wird nie ausgelassen
courant (alltäglicher Standard)Die meiste gesprochene und geschriebene KommunikationFragen mit est-ce que; volles ne...pas bleibt in der Schrift erhalten
familier (locker/umgangssprachlich)Entspannte Gespräche unter Freunden und in der FamilieAusgelassenes ne (j'sais pas); Zusammenziehungen (t'as für tu as); breiter Gebrauch von tu
argot (Slang)Jugendkultur, bestimmte soziale GruppenVerlan, Slangwortschatz, Ausdrücke der eigenen Gruppe

Verlan

Verlan ist ein charakteristisches französisches Wortbildungsspiel, das die Silben eines Wortes umkehrt, um eine neue informelle Form zu bilden. Der Begriff „verlan“ selbst ist eine Umkehrung von l'envers („die Rückseite/rückwärts“). Es entstand vor allem in der städtischen Jugendkultur, besonders in den Pariser Vororten (banlieues). Vieles bleibt zwar auf bestimmte Jugend- oder Subkulturkreise beschränkt, aber überraschend viele Verlan-Wörter sind in das völlig alltägliche französische Mainstream-Vokabular von Sprechenden jeden Alters übergegangen.

StandardwortVerlan-FormBedeutung
femme (Frau)meufFrau/Freundin — inzwischen praktisch Mainstream
fou (verrückt)oufverrückt/wild — inzwischen praktisch Mainstream
fête (Party)teufParty — weithin verstanden, weiterhin recht locker
flic (Bulle, selbst informell)keufPolizist — locker/Slang
louche (zwielichtig/seltsam)chelouseltsam, zwielichtig, nicht ganz richtig — bei jüngeren Sprechenden sehr häufig

Verlan zu erkennen, ist vor allem für das Hörverstehen aktueller Medien, Musik und lockerer Gespräche mit jüngeren Französischsprechenden wichtig. Lernende müssen es nicht aktiv verwenden. Es im falschen Kontext zu benutzen — in einer formellen Situation oder mit einer deutlich älteren Person — kann seltsam wirken, genau wie Slang im Deutschen oder Englischen allgemein.

Regionale Varianten: Frankreich, Québec, Belgien, Schweiz und frankophones Afrika

Alle Abschnitte oben sind so formuliert, dass sie in der gesamten Frankophonie gelten. Echte Unterschiede bei Wortschatz, Zahlen, Aussprache und Normen der Förmlichkeit verdienen aber eine eigene ehrliche Behandlung statt einer Fußnote. Französisch ist in Dutzenden Ländern auf vier Kontinenten Amtssprache oder weit verbreitet. Der Sprachgebrauch eines einzigen Landes ist nicht einfach „korrektes Französisch“, von dem alle anderen abweichen.

Französisch in Québec

Das Québec-Französische bewahrt mehrere Aussprach- und Wortschatzmerkmale, die sich vor Jahrhunderten vom Französisch Frankreichs getrennt haben, sowie eigene neuere Entwicklungen. Die Mahlzeiten heißen anders: déjeuner, dîner und souper bedeuten in Québec Frühstück, Mittagessen und Abendessen, während Frankreich die gesamte Reihe um eine Mahlzeit verschiebt: petit-déjeuner, déjeuner und dîner. Auch der Alltagswortschatz unterscheidet sich: magasiner (einkaufen), wo Frankreich faire du shopping oder faire les courses sagt; char (Auto, informell) neben voiture; courriel für „E-Mail“. Letzteres zeigt die langjährige aktive Vorliebe des Office québécois de la langue française für französische Neubildungen statt englischer Entlehnungen. Zur Aussprache gehören charakteristische Diphthonge sowie die Affrizierung von t und d vor i- und u-Lauten (dadurch erhalten tu und du eine leichte „ts“-/„dz“-Färbung, die im Französisch Frankreichs nicht zu hören ist). Im lockeren Québec-Französisch wird außerdem ein eigenes informelles Fragepartikel tu an eine Aussage angehängt, völlig unabhängig vom Subjektpronomen tu: Tu viens-tu? (Kommst du?). Der informelle Arbeiterschicht-Soziolekt aus Montréal namens joual ist in diesem größeren Bild ein gut dokumentiertes, historisch wichtiges Register. Er ist mit bestimmtem Akzent, Wortschatz und grammatischen Vereinfachungen verbunden und wurde in der Literatur und im Theater Québecs ebenso untersucht und gefeiert, wie er früher stigmatisiert wurde.

Belgisches Französisch

Das belgische Französisch verwendet septante und nonante für 70 und 90, wie im Abschnitt zu Zahlen vollständig erklärt. Für 80 behält es quatre-vingts, statt wie Teile der Schweiz ein eigenes Wort zu verwenden. Ein kleines, bekanntes und oft genanntes Merkmal belgischer Höflichkeit: s'il vous plaît wird oft gesagt, wenn man jemandem etwas überreicht, ungefähr wie deutsches „bitte schön“. Das ist eine zusätzliche Verwendung neben der Grundbedeutung „bitte“, die Besucher aus Frankreich überrascht. Zum regionalen Wortschatz gehören chicon (Chicorée) und kot (ein von Studierenden gemietetes Zimmer, aus dem Flämischen entlehnt). Der Akzent hat eine eigene erkennbare Intonation, die durch jahrhundertelangen Kontakt mit Niederländisch/Flämisch geprägt ist.

Schweizer Französisch

Auch das Schweizer Französisch verwendet septante und nonante. In mehreren französischsprachigen Kantonen — Waadt, Wallis und Freiburg — heißt 80 huitante, während Genf, Neuenburg und Jura das französische quatre-vingts behalten. Es gibt also nicht die eine „Schweizer Zahl“ für 80. Der Wortschatz zeigt Einflüsse des Deutschen, der anderen großen Landessprache der Schweiz, etwa in Alltagswörtern wie natel (Mobiltelefon) und réduit (kleiner Abstellraum), die in Frankreich nicht Standard sind.

Französisch in West-, Zentral- und Nordafrika

Französisch ist in einem großen Teil Afrikas Amtssprache oder eine weit verbreitete Verwaltungs- und Bildungssprache. Es wird neben Dutzenden lokalen Sprachen gesprochen und steht mit ihnen in ständigem Kontakt; daraus sind eigene regionale Varianten entstanden. Zentralafrikanische Länder mit belgischer Kolonialgeschichte, darunter die Demokratische Republik Kongo, Ruanda und Burundi, teilen eher das belgische Zahlensystem septante/nonante als das französische soixante-dix/quatre-vingt-dix. Westafrikanische Länder mit französischer Kolonialgeschichte, darunter Senegal, Côte d'Ivoire und Mali, folgen im Allgemeinen dagegen dem Zahlensystem Frankreichs. Das nordafrikanische Französisch im Maghreb wird neben Arabisch und Berberisch/Tamazight in Marokko, Algerien und Tunesien gesprochen. Es ist durch umfangreiches, fließendes Code-Switching zwischen Französisch und Arabisch innerhalb desselben Gesprächs sowie durch Wortschatzentlehnungen in beide Richtungen geprägt. Städtische Jugendvarianten bilden eine weitere Ebene über diesen regionalen Mustern: Das ivorische nouchi, das in Abidjan entstand, ist eine gut dokumentierte lebendige Mischung aus Französisch und lokalen ivorischen Sprachen. Es prägt inzwischen westafrikanische Popkultur und Musik weit über seine ursprüngliche urbane Jugendherkunft hinaus.

Regionen im Überblick

RegionZahlen (70/80/90)Auffälliger WortschatzAuffälliges Merkmal
Frankreichsoixante-dix / quatre-vingts / quatre-vingt-dixpetit-déjeuner, déjeuner, dîner (Mahlzeiten)Referenzstandard der meisten veröffentlichten Grammatiken und Wörterbücher
Québecsoixante-dix / quatre-vingts / quatre-vingt-dixdéjeuner, dîner, souper (Mahlzeiten); magasiner; courrielDiphthonge; Affrizierung von t/d; Fragepartikel tu; joual
Belgienseptante / quatre-vingts / nonantechicon, kot; s'il vous plaît beim ÜberreichenVon Niederländisch/Flämisch beeinflusste Intonation
Schweizseptante / huitante oder quatre-vingts (je nach Kanton) / nonantenatel, réduitTeilweise deutsch beeinflusster Wortschatz
Zentralafrika (DR Kongo, Ruanda, Burundi)septante / quatre-vingts / nonanteunterscheidet sich je nach Land, oft mit Wortschatz lokaler Sprachen gemischtZahlen aus der belgischen Kolonialzeit; Französisch als interethnische Verkehrssprache
Westafrika (Senegal, Côte d'Ivoire, Mali)soixante-dix / quatre-vingts / quatre-vingt-dixnouchi (ivorisches städtisches Jugendfranzösisch)Zahlen aus der französischen Kolonialzeit; intensiver Kontakt mit lokalen Sprachen
Nordafrika / Maghrebsoixante-dix / quatre-vingts / quatre-vingt-dixstarke Entlehnung in beide Richtungen mit Arabisch und Berberisch/TamazightFließendes Code-Switching mit Arabisch im selben Gespräch

Keine dieser Varianten bedeutet, dass die französische Grammatik instabil oder die Regeln dieses Leitfadens unzuverlässig sind. Wie beim Englischen (britisches „have you got“ gegenüber amerikanischem „do you have“, oder jeweils eigene feste Normen im australischen und indischen Englisch) entwickelt eine Sprache, die in Dutzenden Ländern gesprochen wird, mehrere legitime Standardvarianten. Wer diese Unterschiede kennt, versteht besser, warum das Lehrbuch, die Lieblingsserie und ein Freund aus einem anderen frankophonen Land gelegentlich voneinander abweichen, ohne daraus zu schließen, dass eine dieser Quellen etwas Falsches lehrt.

Faux amis: Französische Wörter, die wie englische aussehen, es aber nicht sind

Faux amis (falsche Freunde) sind Wörter, die wie ein offensichtliches englisches verwandtes Wort aussehen — und manchmal auch so klingen — im Französischen aber eine andere Bedeutung haben. Meist liegt das daran, dass die Bedeutungen sich über Jahrhunderte auseinanderentwickelt haben, nachdem das Englische viele Wörter aus dem Normannischen und Altfranzösischen entlehnt hatte. Man sollte sie früh im Lernen markieren, denn gerade bei diesen Wörtern sind Anfängerinnen und Anfänger am ehesten versucht zu raten statt nachzuschlagen: Sie wirken so beruhigend vertraut.

Französisches WortScheint zu bedeutenBedeutet tatsächlichKorrektes Französisch für die falsche Bedeutung
actuellementactuallyzurzeit, gegenwärtigen fait, en réalité
assister àto assistan etwas teilnehmenaider
resterto restbleiben, verweilense reposer
attendreto attendauf etwas wartenassister à
demanderto demandfragen, bittenexiger
la librairielibraryBuchhandlungla bibliothèque
sensiblesensibleempfindlich, sensibelraisonnable, sensé
blesserto blessverletzen, wehtunbénir
la monnaiemoneyWechselgeld (Münzen), Währungl'argent
une journéea journeyein Tagun voyage
largelargebreitgrand
une envieenvyein Wunsch, ein Verlangenla jalousie
éventuellementeventuallymöglicherweise, eventuellfinalement
un préservatifa preservative (food)ein Kondomun conservateur
passer un examento pass an exameine Prüfung ablegen (Ergebnis unbekannt)réussir un examen

Einige dieser Wörter sind im Alltag wirklich folgenreich. Wenn Sie einer französischen Kollegin oder einem französischen Kollegen je vais assister à la réunion sagen und damit „Ich werde bei der Besprechung helfen“ meinen, sagen Sie stattdessen „Ich werde an der Besprechung teilnehmen“. Das ist ein echtes häufiges Missverständnis, nicht bloß ein harmloser Versprecher. Die sicherste allgemeine Gewohnheit: Wenn ein französisches Wort genau wie ein englisches aussieht und der Satz in beiden Bedeutungen vollkommen sinnvoll wäre, sehen Sie das als Signal zum Nachprüfen, nicht als grünes Licht für eine Annahme.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert französische Grammatik für Anfängerinnen und Anfänger?

Für Anfängerinnen und Anfänger funktioniert die französische Grammatik als System aus Übereinstimmung und Modus: Jedes Substantiv hat ein grammatisches Geschlecht, das die Formen von Artikeln und Adjektiven um es herum bestimmt. Verben verändern ihre Endungen nach Person, Zeit und Modus, und nach dem Erlernen der Muster folgt die Aussprache der Rechtschreibung zuverlässiger als im Englischen. Beginnen Sie mit dem Geschlecht der Substantive, dem Präsens häufiger Verben und der grundlegenden Liaison, bevor Sie zum passé composé und zum Konjunktiv weitergehen. Objektpronomen wie le, la, lui, y und en folgen strengen, aber lernbaren Stellungsregeln. Wenn je, tu, il, elle im Präsens vertraut sind, haben Sie einen Rahmen, den jede spätere Zeit wiederverwendet.

Warum hat jedes französische Substantiv ein Geschlecht, und wie kann ich es vorhersagen?

Französische Substantive sind maskulin oder grammatisch feminin, auch wenn sie Dinge ohne biologisches Geschlecht bezeichnen, etwa le livre (das Buch, maskulin) oder la table (der Tisch, feminin). Das Deutsche hat zwar grammatisches Geschlecht, aber die Zuordnung ist nicht vergleichbar. Bei ungefähr 80 % lässt sich das Geschlecht an der Endung vorhersagen: Wörter auf -age, -ment oder -isme sind meist maskulin, Wörter auf -tion, -té oder -ette meist feminin. Eine wichtige Gruppe häufiger Ausnahmen wie la peau (Haut) oder le silence muss aber einzeln gelernt werden. Weil die Geschlechter der meisten unbelebten Substantive keine semantische Grundlage haben, entsteht muttersprachliche Sicherheit durch wiederholte Begegnung mit jedem Substantiv samt Artikel, nicht durch jedes Mal neues logisches Ableiten.

Was ist Liaison im Französischen, und wann tritt sie auf?

Liaison ist die Aussprache eines sonst stummen Endkonsonanten, wenn das nächste Wort mit einem Vokallaut beginnt. So wird les amis mit verbindendem z-Laut ungefähr „lez-ami“ gesprochen statt mit dem isolierten „le“. Sie ist in festen Kontexten wie Artikel plus Substantiv (un ami) und Subjektpronomen plus Verb (nous avons) obligatorisch, vor Wörtern mit h aspiré verboten (les / héros, keine Verbindung) und nach et verboten. Dazwischen gibt es eine breite Zone, in der formellere Register mehr Liaisons verwenden als lockere Sprache. Für englischsprachige Lernende ist Liaison besonders schwierig, weil die Regel zum Hinzufügen eines Lautes von der grammatischen Kategorie und nicht nur von der Schreibung abhängt. Fehler in beide Richtungen sind ein häufiges Akzentmerkmal.

Wann verwendet man avoir oder être im passé composé?

Die meisten französischen Verben verwenden im passé composé avoir als Hilfsverb (j'ai mangé, ich habe gegessen). Eine geschlossene Gruppe von etwa sechzehn intransitiven Bewegungs- oder Zustandswechselverben verwendet stattdessen être (je suis allé, ich bin gegangen), oft mit der Eselsbrücke DR & MRS VANDERTRAMP gelernt. Alle pronominalen oder reflexiven Verben nehmen ebenfalls in jeder zusammengesetzten Zeit être: elle s'est levée, sie ist aufgestanden. Die Wahl betrifft nicht nur das auszusprechende Hilfsverb: Das Partizip Perfekt stimmt nach être mit dem Subjekt überein (elle est partie, mit zusätzlichem -e), bleibt nach avoir aber normalerweise unverändert, außer ein direktes Objekt steht vor dem Verb.

Was ist der Unterschied zwischen passé composé und imparfait?

Das passé composé berichtet eine abgeschlossene Handlung oder ein Ereignis mit klarer Grenze, als Ganzes gesehen: hier, j'ai mangé une pomme, gestern habe ich einen Apfel gegessen. Das imparfait beschreibt Hintergrund, einen andauernden Zustand oder eine gewohnheitsmäßige vergangene Handlung ohne markierten Anfang oder Ende: quand j'étais petit, je mangeais une pomme chaque jour, als ich klein war, aß ich jeden Tag einen Apfel. Beide stehen häufig im selben Satz: Das imparfait baut die Szene auf, das passé composé berichtet, was darin geschah: il pleuvait quand je suis sorti, es regnete, als ich hinausging. Pleuvait ist der laufende Hintergrund, suis sorti das einzelne abgeschlossene Ereignis.

Warum ist der französische Konjunktiv so schwer, und wann verwendet man ihn?

Der subjonctif ist keine Zeit, sondern ein Modus. Das Französische verwendet ihn, wenn ein Satz Willen, Gefühl, Zweifel, Notwendigkeit oder etwas Hypothetisches statt einer behaupteten Tatsache ausdrückt. Das Englische markiert diesen Unterschied kaum, weil „I hope she comes“ fast gleich aussieht wie „she comes every day“. Er ist schwierig, weil man die zugrunde liegende Struktur des eigenen Satzes beurteilen muss, bevor man die richtige Verbform wählen kann. Dieses Urteil wird nur durch viele Begegnungen mit der Sprache automatisch, nicht durch bewusstes Anwenden einer Regel mitten im Satz. Häufige Auslöser sind vouloir que (je veux qu'il parte, ich möchte, dass er geht), douter que (je doute qu'il vienne, ich bezweifle, dass er kommt) und Konjunktionen wie bien que (obwohl) und pour que (damit).

Was ist der Teilungsartikel, und warum braucht das Französische ihn?

Der Teilungsartikel — du, de la, de l' und des — bezeichnet eine unbestimmte Menge, ungefähr „etwas“. Er existiert, weil das Französische ein Stoffsubstantiv in den meisten Sätzen nicht ohne Artikel lassen kann: je bois de l'eau, ich trinke Wasser, braucht den Teilungsartikel, wo das Deutsche mit dem bloßen Substantiv auskommt. Nach einer Verneinung (je ne bois pas d'eau, ich trinke kein Wasser) und nach den meisten Mengenangaben (beaucoup de temps, viel Zeit) reduziert er sich auf einfaches de. Gerade hier vergessen englischsprachige Lernende oft, den Artikel anzupassen. Die eigentliche Fähigkeit für die richtige Wahl ist zu erkennen, wann ein Substantiv als nicht zählbare Masse statt als zählbarer Gegenstand behandelt wird.

Wo stehen französische Objektpronomen im Satz?

Objektpronomen stehen normalerweise direkt vor dem konjugierten Verb, nicht danach wie im Englischen: je le vois, ich sehe es. Wenn zwei Pronomen zusammenstehen, folgen sie einer festen Reihenfolge: me/te/se/nous/vous vor le/la/les, dann lui/leur, dann y, dann en: il me le donne, er gibt es mir. Bejahte Befehle kehren das um und hängen das Pronomen mit Bindestrich nach dem Verb an; me/te werden zu moi/toi: donne-le-moi, gib es mir. Verneinte Befehle behalten das Pronomen wie üblich vorn: ne me le donne pas, gib es mir nicht.

Was ist der Unterschied zwischen tu und vous?

Tu ist das informelle „du“ im Singular für Familie, Freunde, Kinder und Gleichaltrige. Vous ist sowohl das formelle „Sie“ im Singular für Fremde, ältere Personen und berufliche Situationen als auch das einzige „ihr/Sie“ im Plural für jede Gruppe, unabhängig von Vertrautheit. Der Wechsel von vous zu tu, tutoiement genannt, ist eine echte soziale und nicht bloß grammatische Entscheidung. Zu früh zu duzen kann anmaßend wirken, zu lange bei vous zu bleiben distanziert. Jüngere Sprechende und Arbeitsplätze mit lockerer Kultur bevorzugen zunehmend früher tu, und die richtige Wahl unterscheidet sich nach Land, Generation und Situation.

Wie ändern französische Adjektive ihre Bedeutung je nach Stellung?

Die meisten beschreibenden französischen Adjektive stehen standardmäßig nach dem Substantiv (une voiture rouge, ein rotes Auto). Eine kleine Gruppe häufiger Adjektive kann jedoch vor das Substantiv rücken; das ändert wirklich die Bedeutung und nicht nur den Stil. Ancien bedeutet vor dem Substantiv „ehemalig“ (l'ancien président, der ehemalige Präsident), danach aber „alt/antik“ (un bâtiment ancien, ein altes Gebäude). Cher bedeutet davor „lieb“ (mon cher ami), danach „teuer“ (un livre cher). Grand, propre und pauvre zeigen dasselbe Muster. Deshalb ist die Stellung eine bedeutungstragende grammatische Wahl und keine Dekoration.

Was sind die Verben von DR & MRS VANDERTRAMP?

DR & MRS VANDERTRAMP ist eine Eselsbrücke für etwa sechzehn französische Verben, die in zusammengesetzten Zeiten être statt avoir als Hilfsverb verwenden: Devenir, Revenir, Monter, Rester, Sortir, Venir, Aller, Naître, Descendre, Entrer, Retourner, Tomber, Rentrer, Arriver, Mourir und Partir. Es sind meist Verben der Bewegung zwischen Orten oder des Zustandswechsels, etwa aller (gehen) und naître (geboren werden). Ihre Partizipien Perfekt stimmen in Geschlecht und Zahl mit dem Subjekt überein: elle est née, sie wurde geboren; ils sont partis, sie sind gegangen. Einige davon, darunter monter, descendre, sortir und rentrer, wechseln bei transitivem Gebrauch mit direktem Objekt zurück zu avoir: il a descendu les escaliers, er ging die Treppe hinunter, gegenüber il est descendu, er ging hinunter.

Unterscheidet sich die französische Grammatik zwischen Frankreich, Québec, Belgien und der Schweiz?

Ja: Die Kerngrammatik wird geteilt, aber Wortschatz, Zahlen und Teile der Aussprache unterscheiden sich nach Region. Belgien und die Schweiz verwenden septante und nonante für 70 und 90 statt französischem soixante-dix und quatre-vingt-dix; Schweizer Französisch verwendet in mehreren Kantonen huitante für 80. Das Québec-Französische bewahrt einige ältere Aussprachmerkmale, verwendet déjeuner, dîner und souper für Frühstück, Mittag- und Abendessen, wo Frankreich petit-déjeuner, déjeuner und dîner verwendet, und hat ein eigenes informelles Fragepartikel, wie in tu viens-tu?. Keine dieser Unterschiede macht eine Variante korrekter als eine andere; sie sind einfach die Standardformen des Französischen in verschiedenen frankophonen Regionen.

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Wie kann ich französische Grammatik so üben, dass ich Formen nach ihrer Bedeutung wähle?

Die beste Antwort auf die Frage, wie man französische Grammatik üben kann, ist: Beginnen Sie mit einer Situation und wählen Sie die Form, die die gemeinte Bedeutung ausdrückt — Geschlecht, zeitliche Perspektive, Modus oder Pronomenbezug — statt eine Konjugationstabelle isoliert aufzusagen. Konjugationstabellen sind nützliche Nachschlagewerke, aber echte Sätze verlangen Entscheidungen über abgeschlossene oder laufende Handlungen, direkte oder indirekte Objekte und darüber, ob jemand eine Tatsache oder etwas anderes ausdrückt.

Ein 30-Minuten-Workshop zur französischen Grammatik

  1. Minuten 1–5: Wählen Sie einen Gegensatz: Geschlecht/Übereinstimmung von Substantiven, passé composé/imparfait, direktes/indirektes Objekt oder Indikativ/Konjunktiv.
  2. Minuten 6–12: Vergleichen Sie fünf Satzpaare und benennen Sie die Bedeutungsänderung.
  3. Minuten 13–20: Bilden Sie Antworten aus kurzen Situationen, ohne Wort für Wort zu übersetzen.
  4. Minuten 21–26: Ändern Sie Person, Zeitrahmen, Objekt oder Grad der Gewissheit.
  5. Minuten 27–30: Lesen Sie die Ergebnisse laut und prüfen Sie Übereinstimmung, Liaison und unbetonte Pronomen.

Wie kann ich mir das Geschlecht französischer Substantive merken?

Lernen Sie ein Substantiv zusammen mit seinem Artikel und einem nützlichen Adjektiv, nicht allein: une table ronde (ein runder Tisch), un problème difficile (ein schwieriges Problem). Endungen geben einen hilfreichen ersten Hinweis — die meisten Substantive auf -age und -ment sind maskulin, die meisten auf -tion und -té feminin — aber der Artikel bestätigt das einzelne Substantiv. Lassen Sie deshalb den Artikel die eigentliche Arbeit leisten, statt das Geschlecht jedes Mal aus Logik herleiten zu wollen.

Üben Sie, das Substantiv eines Satzes durch sein Pronomen zu ersetzen und zurückzuwechseln (la voiture → elle; le livre → il). Geschlecht durch ein Pronomen zu verfolgen ist genau die Fähigkeit, die später in die Übereinstimmung des Partizips Perfekt einfließt. Wenn ein Geschlechtsfehler wiederkehrt, markieren Sie das Substantiv und verfolgen Sie jedes Wort im Satz, das dazu passen muss — Artikel, Adjektiv, Pronomen — statt nur den einen korrigierten Satz als isolierte Tatsache auswendig zu lernen.

Wann sollte ich passé composé oder imparfait verwenden?

Verwenden Sie das passé composé, um ein abgeschlossenes Ereignis oder eine begrenzte Folge darzustellen: Hier, je suis arrivé, j'ai mangé et je me suis couché. (Gestern kam ich an, aß und ging schlafen.) Verwenden Sie das imparfait für Hintergrund, wiederholte vergangene Handlungen, Beschreibungen und Handlungen, die bereits liefen, als ein anderes Ereignis geschah: Quand j'étais enfant, je jouais ici; il pleuvait quand je suis sorti.

Dieselbe Grundsituation kann unterschiedlich gerahmt werden, je nachdem, was die sprechende Person hervorheben möchte. J'ai vécu là cinq ans stellt den Aufenthalt als abgeschlossenen begrenzten Zeitraum dar. Je vivais là quand nous nous sommes rencontrés macht denselben Aufenthalt zum Hintergrund eines anderen Ereignisses. Zeitangaben helfen, wählen die Zeit aber nicht mechanisch; die Perspektive auf das Ereignis entscheidet tatsächlich.

Zwei parallele Erzählungen zu bilden, eine mit Vordergrund und eine mit Hintergrund, ist Teil davon, wie man französische Grammatik übt, weil der Gegensatz über eine ganze Geschichte sichtbar wird und nicht nur in einer isolierten Verbendung.

Wo stehen französische Objektpronomen?

Vor einem konjugierten Verb: je le vois, je lui donne le livre. Vor einem Infinitiv, zu dem das Pronomen tatsächlich gehört: je vais le voir (nie „je le vais voir“). Bei einem bejahten Befehl hängen Sie das Pronomen mit Bindestrich ans Ende: donne-le-moi. Bei einem verneinten Befehl steht es wie üblich davor: ne me le donne pas.

Y und en verdienen gezieltes Üben, weil das Deutsche kein entsprechendes Pronomen bietet, auf dem sich eine Gewohnheit aufbauen ließe: j'y vais (ich gehe hin), j'en veux (ich möchte etwas davon). Üben Sie, indem Sie eine Frage stellen, die eines davon natürlich hervorlockt — tu vas à Paris?, tu veux du café? — und sie nur mit der Pronomenform laut beantworten, bis der Reflex für y oder en den Instinkt ersetzt, die ganze Nominalgruppe zu wiederholen.

Wann verwendet das Französische den Konjunktiv?

Der Konjunktiv erscheint häufig in einem Nebensatz, wenn der Hauptsatz Wunsch, Einfluss, Gefühl, Bewertung, Zweifel, Verneinung oder ein unspezifisches beziehungsweise unsicheres Ziel ausdrückt: je veux que tu viennes; je suis content que tu sois là; je doute qu'il ait raison; je cherche un livre qui explique cela clairement.

Lösen Sie ihn nicht allein durch das deutsche oder englische Wort „dass“ aus. Vergleichen Sie je sais qu'il vient, wo die sprechende Person die Aussage als Tatsache behauptet (Indikativ), mit je doute qu'il vienne, wo sie nicht als Tatsache behauptet wird (Konjunktiv). Lernen Sie die Beziehung zwischen den zwei Sätzen und die Haltung der sprechenden Person gegenüber dem Folgenden, nicht nur eine flache Liste von Auslöserwörtern.

Französische Grammatik üben: wählen und erklären

  1. Wählen Sie passé composé oder imparfait: Quand j'étais petit, je ___ (jouer) au foot tous les jours.
  2. Wählen Sie passé composé oder imparfait: Hier soir, je ___ (voir) un excellent film.
  3. Wählen Sie Hilfsverb und Übereinstimmung: Elle ___ (aller) au marché ce matin.
  4. Ersetzen Sie „Je donne le livre à Marie“ durch zwei Objektpronomen.
  5. Wählen Sie den Modus: Je veux que tu ___ (venir) demain.
  6. Wählen Sie den Modus: Je sais que tu ___ (venir) demain.

Lösungen und Begründungen

  1. jouais. Eine wiederholte, gewohnheitsmäßige Handlung in der Vergangenheit ohne markierte Grenze steht im imparfait.
  2. ai vu. Ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis, das als Ganzes berichtet wird, steht im passé composé.
  3. est allée. Aller gehört zu den Verben von DR & MRS VANDERTRAMP und nimmt être; das Partizip stimmt mit dem femininen Subjekt elle überein.
  4. Je le lui donne. Le (direktes Objekt, le livre) steht vor lui (indirektes Objekt, à Marie) gemäß der festen Pronomenreihenfolge.
  5. viennes. Vouloir que drückt einen Wunsch über die Handlung eines anderen Subjekts aus und löst den Konjunktiv aus.
  6. viens. Savoir que behauptet das Ereignis als bekannte Tatsache und verlangt den Indikativ.

Ändern Sie Personen, Objekte und die Haltung der sprechenden Person und erklären Sie jede neue Wahl laut. Diese Neukombination — nicht das erneute Lesen der Regel — ist die produktive Antwort darauf, wie man französische Grammatik üben kann.

Welche französischen Verbzeiten sollte ein Anfänger zuerst lernen?

Beginnen Sie mit dem Präsens häufiger Verben (être, avoir, aller, faire und dem regelmäßigen -er-Muster), dem futur proche für Pläne und dem passé composé, sobald Sie über etwas bereits Geschehenes erzählen möchten. Ergänzen Sie das imparfait, wenn Sie Geschichten erzählen und nicht nur einzelne Ereignisse berichten. Behandeln Sie conditionnel und Konjunktiv als Meilensteine der Mittelstufe statt als Stoff für den ersten Tag.

Unregelmäßige Verben verdienen Vorrang, wenn sie häufig sind, nicht nur weil ihre Tabellen ungewöhnlich aussehen. Üben Sie vollständige Fragen und Antworten statt sechs Personen eines Verbs ohne Kontext aufzusagen.

Wann sollte ich beginnen, den französischen Konjunktiv zu lernen?

Beginnen Sie, sobald Sie einfache Sätze im Präsens bilden können und Wunsch, Zweifel, Gefühl oder Notwendigkeit ausdrücken müssen — normalerweise nachdem Sie mit passé composé und imparfait vertraut sind, nicht davor. Warten Sie nicht, bis jede Indikativzeit fehlerlos sitzt. Lernen Sie einen häufigen Auslöser nach dem anderen, beginnend mit il faut que und vouloir que, die beide im Alltag sehr häufig vorkommen.

Vergleichen Sie Bedeutungen paarweise statt eine abstrakte Regel isoliert auswendig zu lernen: je sais qu'il vient behauptet, dass er kommt; je doute qu'il vienne tut das nicht. Die Beziehung zwischen den Sätzen bleibt langfristig besser im Gedächtnis als eine bloße Liste von Auslösern.

Wie kann ich französische Objektpronomen üben?

Beginnen Sie mit einem Pronomen und einem vertrauten Verb. Ersetzen Sie dann sowohl ein direktes als auch ein indirektes Objekt im selben Satz. Verschieben Sie das Pronomen über ein konjugiertes Verb, einen Infinitiv und einen bejahten Befehl erst, wenn der Grundbezug sicher ist. Sprechen Sie den vollständigen Satz einschließlich des Pronomens laut, damit es Teil des Satzrhythmus wird statt ein nachträglicher Anhang.

Verwenden Sie Bilder oder benannte Beteiligte, um zu verfolgen, wer wem was gibt, besonders wenn y und en dazukommen. Viele Pronomenfehler sind eigentlich Bezugsfehler — man verliert aus dem Blick, worauf das Pronomen zurückverweist — und nicht nur Stellungsfehler.

Ändert sich die französische Grammatik nach Ländern?

Die Kerngrammatik wird überall geteilt, wo Französisch gesprochen wird, aber Pronomengebrauch, Zahlen, Wortschatz und einige Gesprächskonstruktionen unterscheiden sich nach Land; dies wird oben im Abschnitt zur regionalen Variation ausführlich behandelt. Septante und nonante sind in Belgien und der Schweiz Standard, Québec bewahrt eigene Aussprache und eigenen Wortschatz, und das frankophone Afrika bringt eigenen regionalen Wortschatz und in einigen Ländern eigene Zahlensysteme hinzu.

Wählen Sie eine regionale Variante als Ihr Hauptziel für die eigene Produktion. Lernen Sie die häufigsten Alternativen zu erkennen, damit unbekanntes regionales Französisch nicht wie ein Fehler wirkt, sondern als anderer, ebenso legitimer Standard.

Wie kann ich aufhören, englische Wortstellung ins Französische zu übersetzen?

Lernen Sie französische Satzmuster aus vollständigen Beispielen und verändern Sie jeweils nur ein Element, statt einen Satz zuerst auf Englisch im Kopf zu bilden und ihn Wort für Wort umzuwandeln. Beachten Sie die Stellung von Adjektiven, den Artikel, den das Französische behält, wo Englisch keinen verwendet, die Stellung des Objektpronomens vor dem Verb und die natürliche Stellung von Zeitangaben. Übersetzen Sie die ganze Absicht direkt ins Französische, statt jedes englische Wort der Reihe nach auf ein französisches abzubilden.

Wenn eine Korrektur Ihre Wortstellung verändert, fragen Sie sich, ob der ursprüngliche Versuch wirklich ungrammatisch, nur mehrdeutig oder in diesem Kontext einfach weniger natürlich war. Das sind drei unterschiedliche Probleme mit drei unterschiedlichen Lösungen. Sprechen Sie kurze Audioclips nach und erzählen Sie sie mit anderen Substantiven oder Personen laut nach. Wiederholte muttersprachliche Muster werden allmählich zum eigenen Ausgangspunkt statt zu einer englischen Vorlage, die Sie ständig übersetzen müssen.

Wie kann ich französische Liaison richtig verwenden?

Beginnen Sie nur mit den obligatorischen Kontexten und lernen Sie sie als feste Wendungen über, statt eine Regel während des Sprechens anzuwenden: les_amis, un_ami, nous_avons, vous_êtes, très_intéressant. Sagen Sie jede Verbindung oft genug, damit der verbindende Laut automatisch wird, bevor Sie die optionale Grauzone hinzufügen, bei der selbst Muttersprachlerinnen und Muttersprachler je nach Förmlichkeit variieren.

Hören Sie in kurzen wiederholbaren Audios gezielt auf Liaison und markieren Sie im Transkript, wo ein Verbindungslaut erscheint, den die Schreibung allein nicht vorhersagt. Einen Satz laut zu lesen und bewusst zu markieren, welche Konsonanten verbunden werden sollten, bevor Sie mit einer Aufnahme vergleichen, trainiert dieselbe Erkennungsfähigkeit, die Liaison später ohne bewusstes Nachdenken ermöglicht. Das ist derselbe Weg über viele Begegnungen, auf dem jedes schwierige französische System von einer Regel zum Reflex wird.

Wann stimmt das französische Partizip Perfekt überein?

Bei être (nicht pronominalen Verben) stimmt das Partizip immer mit dem Subjekt überein: elle est partie, ils sont venus. Bei avoir stimmt es nur dann überein, wenn ein direktes Objekt vor dem Verb steht, meist bei que, einem vorangestellten Objektpronomen oder einem vorgezogenen Fragewort: la lettre que j'ai écrite, aber j'ai écrit la lettre ohne jede Übereinstimmung, weil das direkte Objekt dort dem Verb folgt.

Bei pronominalen Verben bestimmen Sie zuerst, ob das Reflexivpronomen als direktes oder indirektes Objekt wirkt, bevor Sie über die Übereinstimmung entscheiden: elle s'est lavée (direktes Objekt, stimmt überein) gegenüber elle s'est lavé les mains (indirektes Objekt, keine Übereinstimmung, weil les mains das direkte Objekt ist und dem Verb folgt). Wenn ein Fehler wiederkehrt, korrigieren Sie nicht nur die Endung. Verfolgen Sie zurück, mit welchem Substantiv oder Pronomen das Partizip übereinstimmen soll und ob dieses vor oder nach dem Verb steht.

Welche Quellen stützen diesen Leitfaden zur französischen Grammatik?

Der Leitfaden verwendet den Standard des französischen Mutterlands und kennzeichnet regionale oder registerbezogene Unterschiede — Québec, Belgien, Schweiz und frankophones Afrika — dort, wo eine Form nicht allgemein gilt.